ADB:Elmenhorst, Geverhart

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Artikel „Elmenhorst, Geverhart“ von Conrad Bursian in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 59, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Elmenhorst,_Geverhart&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 11:21 Uhr UTC)
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Elmenhorst: Geverhart E., Philolog, geb. um 1580 in Hamburg, aus vornehmer Familie (sein Vater, der sich Gevert Delmenhorst nannte, war Senator), studirte in Leiden, wo er sich an Scaliger anschloß, kehrte 1602 nach längerem Aufenthalt in Holland in seine Vaterstadt zurück und lebte dort als Privatmann mit philologischen und theologischen Studien beschäftigt, in regem brieflichem Verkehr mit vielen hervorragenden Gelehrten, bis zu seinem im December 1621 erfolgten Tode. Er gehörte zu der Gruppe norddeutscher, speciell hamburgischer Philologen, als deren Haupt wir Johann van Wouweren (mit welchem E. wegen einer Ausgabe des Dialogs Octavius des Minucius Felix, wodurch dieser ihm zuvorgekommen war, eine Zeit lang verfeindet war, später aber sich wieder aussöhnte) betrachten können, deren hauptsächlich durch Scaliger’s Einfluß bestimmte mehr umfassende als tief eingreifende, mehr compilatorische als scharf sichtende litterarische Thätigkeit mit Vorliebe den späteren lateinischen Schriftstellern zugewandt ist. E. insbesondere hat nur einen einzigen Profanschriftsteller bearbeitet, den Apuleius, von dessen sämmtlichen Werken er eine mehr Sammlerfleiß als Scharfsinn und kritischen Tact bekundende Ausgabe veröffentlicht hat (Frankfurt 1621); seine übrigen litterarischen Arbeiten beziehen sich durchaus auf kirchliche Schriftsteller, wie seine Ausgaben des Arnobius (Hanau 1603; Hamburg 1610), des Minucius Felix (Hamburg 1612), des Gennadius („Liber de ecclesiasticis dogmatibus“, nebst „Veteris cuiusdam theologi homilia sacra“ und „Marcialis episcopi Lemoviensis epistolae“, Hamburg 1614), des Apollinaris Sidonius (Hanau 1617), endlich des „Paraenesis ad iudices“ betitelten Gedichts des Theodulphus Bischofs von Orléans (Leiden 1619: nach der Vorbemerkung ein bloßer Abdruck einer Bearbeitung dieses Gedichts von P. Daniel). Eine von E. besorgte Ausgabe der Werke des Proklos, Erzbischofs von Konstantinopel (Leiden 1616), ist mir nicht zugänglich gewesen.

Vgl. Leben der berühmten Lindenbrogiorum nebst einer Nachricht vom Leben Geverharti Elmenhorstii, Joachimi Moersii, Heliae Putschii und Cornelii Dalii, Hamburg 1723 (von Nic. Wilckens, I. V. D. und Archivar in Hamburg), S. 57–71.