ADB:Engerd, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Engerd, Johannes“ von Georg Westermayer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 144–145, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Engerd,_Johann&oldid=- (Version vom 24. Juli 2019, 07:27 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Enger, Robert
Nächster>>>
Engler
Band 6 (1877), S. 144–145 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand September 2014, suchen)
GND-Nummer 116503610
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|6|144|145|Engerd, Johannes|Georg Westermayer|ADB:Engerd, Johann}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116503610}}    

Engerd: Johannes E., auch Stenechthon genannt, aus Neustadt in Thüringen gebürtig, † nach 1587. Hielt sich um das J. 1565 zu Passau auf, wo er durch den Bischof Urban von Treubach vermocht wurde, zur katholischen Kirche überzutreten. Im J. 1570 ließ er sich an der Hochschule Ingolstadt immatriculiren. Als Valentin Rotmar 1572 zeitweilig von hier nach Augsburg ging, erhielt er die Professur der Poesie an genannter Universität; gleichzeitig wurde er feierlich zum Dichter gekrönt. 1581 lieferte er die Fortsetzung der von Rotmar begonnenen „Annales Ingolstadienses“, welche Arbeit ihm letzterer auf dem Todbette übertragen hatte. Auch gab er dessen nachgelassenes Epos: „Carolidum libri III“, eine Schilderung der Thaten Karls V. mit einem beigefügten Prologe „De initiis inclytae Austriadum gentis“, 1582, zu Ingolstadt heraus. E. war der ersten einer, welche eine Theorie der deutschen Verskunst aufstellten. Unter seinen Abhandlungen findet sich aufgeführt: „Prosodia germanica de condendis rhythmis germanicis“, Ingolst. 1583. Außer den genannten Werken verfaßte er eine Menge von Gelegenheitsgedichten, genealogischen und polemischen Schriften, deren Verzeichniß in Kobolt’s Gelehrtenlexikon und dessen Nachträgen zu ersehen ist. Die Vorstände der Universität waren übrigens mit seiner Aufführung wenig zufrieden; man empfahl ihm, dafür zu sorgen, daß [145] er nicht wie ein Barbier oder Harfenist aussehe. Schließlich wurde er 1587 mit einem Viaticum entlassen. Was weiter aus ihm geworden, ist nicht bekannt.

Mederer, Annales Ingolst. acad. I. 178. 319. II. 4. 57. Prantl, Gesch. der Ludwig-Maximilians Univ. I. 334–35.