ADB:Entes, Barthold

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Entes, Barthold“ von Pieter Lodewijk Muller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 154, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Entes,_Barthold&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 01:44 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Enslin, Theodor
Nächster>>>
Entres, Josef Otto
Band 6 (1877), S. 154 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand September 2014, suchen)
GND-Nummer 138802939
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|6|154|154|Entes, Barthold|Pieter Lodewijk Muller|ADB:Entes, Barthold}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=138802939}}    

Entes: Barthold E. oder Entens v. Mentheda, Wassergeuse, aus einem adelichen Geschlecht der Gröninger Ommelanden um 1540 geboren, nahm am Compromiß Theil und flüchtete 1567 nach Ostfriesland. Seine Verwegenheit und fast sinnloser Haß gegen die Katholischen machten ihm, als er 1570 mit einer Commission des Prinzen von Oranien[1] als Kaper auf dem Meer erschien, einen weit gefürchteten Namen. Als Lieutenant des Grafen Lurnex (s. d.), dessen Genosse er in Ausschweifungen aller Art, in Roheit und Grausamkeit war, nahm er einen warmen Antheil[2] an der Befreiung Hollands 1572, war aber im Kriege zu Lande unglücklich und theilte mit seinem Chef das Loos, wegen Verletzung aller Disciplin von den Staaten in Haft genommen zu werden. Erst nach 1576 ward er wieder verwendet und zwar in seiner Heimath. Doch auch hier that er sich nur durch seine Roheit und Unfähigkeit hervor, indessen seiner Popularität bei den Soldaten, denen er alles nachsah, und seiner unzweifelhaften Hingebung und seinem persönlichen Einfluß verdankte er, daß er in seiner Stellung blieb, bis er 1580 bei der Belagerung Gröningens ein, sein Leben würdig beschließendes Ende fand. Im Rausche von einem Gelage mit mehreren Hauptleuten aufstehend, stürmte er ganz allein trotz aller Abmahnung die Vorstadt Schuttendiep, mit dem Deckel eines Butterfasses statt eines Schildes bewehrt, und ward so von einem tödtlichen Schusse hingestreckt. E. war der Typus des Geusen in ihrer wildesten und schlechtesten Ausartung.

Vgl. van Groningen, Geschiedenis der Watergeuzen, p. 217 ss.[3]

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. Z. 26 v. u. l.: mit einer Anstellung des Prinzen von Oranien. [Bd. 6, S. 795]
  2. Z. 23. v. u. l.: einen thätigen Anteil. [Bd. 6, S. 795]
  3. S. 154. Z. 10 v. u. streiche: p. 217 ss. [Bd. 6, S. 795]