ADB:Erath, Augustin

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Artikel „Erath, Augustin“ von Karl Werner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 183, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Erath,_Augustin&oldid=- (Version vom 25. Mai 2019, 07:33 Uhr UTC)
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Erath: Augustin E., geb. zu Buchloe bei Augsburg am 28. Februar 1648, † zu Passau am 5. Septbr. 1719, trat 1667 in das Chorherrenstift zu Wettenhausen, erlangte nach vorausgegangenen eifrigen Studien 1679 den theologischen Doctorgrad und wurde schon im folgenden Jahre vom Papste durch den Rang eines Protonotarius Apostolicus ausgezeichnet, vom Kaiser aber zum Comes Palatinus erhoben. Die Wirksamkeit, die er als Lehrer in den Stiftsschulen seines Ordens übte, lassen ihn als Wiedererwecker einer specifisch Augustinischen Lehrtradition unter seinen Ordensgenossen in Deutschland erscheinen; als solchen kündigte er sich durch seine zu Dillingen 1678 erschienene „Philosophia S. Augustini“ an; die Anregung hierzu mag von Frankreich ausgegangen sein, obschon die mancherlei von E. unternommenen Uebersetzungen aus dem Italienischen, so namentlich von Werken Picinelli’s, auf italienische Verbindungen Erath’s hinweisen. Er lehrte Philosophie und Theologie zunächst in dem Ordenshause, welchem er angehörte, ferner in dem Chorherrenstifte zu Reichersberg, leitete auch eine Zeit lang die theologischen Studien der in Wien studirenden Chorherren des Stiftes Klosterneuburg. Eine öffentliche Lehrthätigkeit hatte er vordem schon in Dillingen ausgeübt. Der Bischof von Passau ernannte ihn zu seinem Rathe und Bibliothekar und übertrug ihm 1698 die Propstei des Chorherrenstifts St. Andree an der Traisen. Seine zahlreichen Schriften, die nur zur Hälfte gedruckt sind, verbreiten sich über Philosophie, Theologie, Geschichte; auch Canonistisches, Kirchendisciplinäres und Erbauliches findet sich darunter. Von seinen theologischen Arbeiten liegt eine noch in halb scholastischer Manier gehaltene „Ausgleichung der Thomistischen praedeterminatio physica mit der Lehre von der scientia media“ vor (1689). Canonistischen und zugleich geschichtlichen Inhaltes sind seine „Acta pro coaeva exemtione cathedralis ecclesiae Passaviensis“, einen kirchlichen Rechtsstreit des Passauer Bisthums mit dem Salzburger Erzstift betreffend, der beim Papste und Kaiser anhängig gemacht, aber nicht entschieden wurde. Gedruckte Arbeiten geschichtlichen Inhaltes sind ferner: „Augustus velleris aurei ordo per emblemata, ectases politicas et historiam demonstratus“ (1694); „Dissertatio de Ottone III., fundatore primo Canoniae Regularium S. Augustini ad S. Andream cis Trasenam“ (im 2. Bd. der Miscellanea Duellii abgedruckt). Handschriftlich hinterließ er Annalen des Stiftes St. Andree in Verbindung mit der österreichischen Landesgeschichte. Ein Theil seiner gedruckten und ungedruckten Schriften hat auf den Orden, dem er angehörte, Bezug, und beschäftigt sich mit der Regel, Geschichte, kirchlichen Stellung und Bedeutung desselben.

Das Biographische über E. zusammt einem Verzeichnisse seiner gedruckten und ungedruckten Schriften bei Duellius a. a. O.; vgl. auch Nouvelle Biographie générale (Paris 1850 ff.), s. v. Erath.