ADB:Feßler, Josef

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Artikel „Feßler, Josef“ von Karl Werner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 726–727, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fe%C3%9Fler,_Josef&oldid=- (Version vom 15. Oktober 2019, 19:35 Uhr UTC)
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Feßler: Joseph F., geb. 2. Dec. 1813 zu Lochau im Vorarlbergischen, † 25. April 1872 als Bischof von St. Pölten, war ursprünglich gewillt, sich der juridischen Laufbahn zu widmen, wählte aber sodann den geistlichen Stand und trat in das Clericalseminar zu Brixen ein, empfing im J. 1837 die priesterlichen Weihen, bekleidete sodann zeitweilig die Stelle eines Präfecten im adelichen Convicte zu Innsbruck und begann hierauf seine Vorbereitung auf das Lehramt der Theologie zunächst in Brixen, sodann im weltpriesterlichen Bildungsinstitute zu St. Augustin in Wien. Vom J. 1841 angefangen lehrte er Kirchengeschichte und Kirchenrecht im bischöflichen Clericalseminar zu Brixen, 1852 wurde er als Professor der Kirchengeschichte nach Wien berufen, 1856–61 hielt er über das Decretalenrecht Vorlesungen. In den Jahren 1861 und 1862 arbeitete er in Rom als Mitglied und Consultor der Congregation für Angelegenheiten der orientalischen Kirche und wurde von da durch den Fürstbischof von Brixen zurückgerufen, um als Generalvicar den Vorarlberger Antheil der Brixener Diöcese zu administriren. Mit der Ernennung zum Generalvicar war die Weihe zum Bischof in partibus verbunden. In den Jahren 1863 und [727] 1864 war er als Unterhändler der österreichischen Regierung in Angelegenheiten des Concordates zu Rom anwesend, ohne indeß die von der Regierung gewünschten Modificationen desselben erwirken zu können. Im September des Jahres 1864 wurde er vom Kaiser Franz Joseph zum Bischof von St. Pölten ernannt und trat im Frühjahr des nächstfolgenden Jahres nach erlangter päpstlicher Bestätigung der Ernennung die Leitung des ihm zugewiesenen Bisthums an. Nach Ausschreibung des vaticanischen Concils wurden ihm die Functionen eines Generalsecretärs des Concils übertragen, als dessen Apologet er später, da er wieder in seine Diöcese zurückgekehrt war, ein Schriftchen: „Die wahre und die falsche Unfehlbarkeit der Päpste. Zur Abwehr gegen Herrn Prof. Dr. Schulte“, erscheinen ließ. Unter seinen sonstigen theologischen Schriften ist seine Hauptleistung das aus zwei starken Bänden bestehende Werk: „Institutiones patrologicae“ (Innsbruck 1850–52), welchem er seine Berufung an die Wiener Universität zu verdanken hatte. Außerdem ist noch zu erwähnen eine von ihm selbst veranstaltete „Sammlung vermischter Schriften“ (Freiburg 1869), d. i. verschiedener kirchenrechtlicher und kirchengeschichtlicher Abhandlungen, die er in den Jahren 1850–60 einzeln veröffentlicht hatte. Als Bischof war er eben so eifrig in seinem Amte, als er leutselig und wohlthätig war; an zeitlichen Gütern hinterließ er wenig, wol aber eine sehr werthvolle Büchersammlung, die er dem Clericalseminar in St. Pölten als Vermächtniß hinterließ. Sein übriger Nachlaß fiel zu gleichen Theilen dem Diöcesan-Knabenseminar und dem bischöflichen Taubstummeninstitute zu St. Pölten testamentarisch anheim.