ADB:Finck, Thomas

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Artikel „Finck, Thomas“ von Moritz Cantor in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 13–14, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Finck,_Thomas&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 18:54 Uhr UTC)
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Finck: Thomas F. (lateinisch Finkius, deutsch aber so geschrieben, wie hier angegeben ist, wofür der Unterzeichnete sich auf eine eigenhändige Widmung des Verfassers mit Unterschrift in einem ihm angehörenden Exemplare der Geometria [14] rotundi stützt), Mathematiker und Mediciner, geb. am 6. Jan. 1561 zu Flensburg, † am 24. April 1656 zu Kopenhagen. Den ersten Unterricht erhielt F. von seinem selbst feingebildeten Vater Jakob F., einem Schüler Melanchthon’s, dann besuchte er die Schule zu Flensburg mit solchem Erfolge, daß er 16jährig bereits die Universität Straßburg beziehen konnte, wo er während fünf Jahren den Lehren eines Joh. Sturm, eines Konrad Dasypodius und ihrer gelehrten Collegen folgte. Nach Hause zurückberufen, brauchte er zur Heimreise durch mehrfachen Aufenthalt in Heidelberg, Jena, Wittenberg und Leipzig ein ganzes Jahr. Er erledigte seine häuslichen Geschäfte (muthmaßlich der Mündigkeitserklärung) so rasch als möglich und eilte, sich nach Basel zu begeben, von wo er zum Zwecke ärztlicher Studien nach Montpellier gehen wollte. In Basel wurde er jedoch durch die Aufforderung festgehalten, seine trigonometrischen Untersuchungen dem Drucke zu übergeben, welche dann auch als „Geometriae rotundi libri XIV“, Basel 1583 erschienen, ein vielverbreitetes, hochachtbares Buch, in welchem unter anderen zuerst die Namen der trigonometrischen Tangente und Sekante gebraucht sind (p. 73 u. 76), welche sich rasch einbürgerten. Auf den Rath Basler Freunde begab er sich nun nicht nach Frankreich, sondern nach Italien, wo er vier Jahre hindurch in Padua, Pisa, Florenz und anderen Städten Medicin studirte und von wo er 1587 nach Gottorp berufen wurde als Leibarzt des Herzogs Philipp von Schleswig-Holstein. Dessen Tod veranlaßte ihn eine in Kopenhagen ihm angebotene Professur der Mathematik anzunehmen, welche er 1591 antrat, 1602 mit der Professur der Eloquenz, 1603 mit einer Professur der Medicin vertauschte, welch letzterer er 53 Jahre hindurch vorstand. Außer seiner „Geometria rotundi“ ist von ihm aus demselben Jahre 1583 die Herausgabe der Horoscopographia des Grafen Heinrich von Rantzau (Ranzovius) zu erwähnen und ein eigenes Werk gleichen Namens von 1591. Die Schrift „De constitutione philosophiae mathematicae“, welche auch 1591 erschien, ist dem Unterzeichneten unbekannt, ebenso auch spätere astronomische Schriften.

Vindingius, Regia Academica Havniensis, Kopenhagen 1665, S. 160–70.