ADB:Fischer, Ferdinand August

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Artikel „Fischer, Ferdinand August“ von Robert Dohme in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 63, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fischer,_Ferdinand_August&oldid=- (Version vom 19. September 2019, 19:50 Uhr UTC)
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Fischer: Ferdinand August F., Bildhauer, geb. in Berlin den 17. Febr. 1805, † daselbst den 2. April 1866, Bruder von Joh. Karl F. (s. u. S. 76), kam 15jährig zu einem Goldschmied und begab sich nach vollendeter Lehrzeit auf die Wanderschaft durch Mittel- und Norddeutschland. Die Eindrücke einer Kunstausstellung in Köln erweckten in ihm zuerst die Sehnsucht Künstler zu werden. Mit hingebendem Eifer arbeitete er sich auf der Akademie seiner Vaterstadt vorwärts; auf G. Schadow’s Empfehlung fand er später Beschäftigung an der königl. Eisengießerei. Eine Zeit lang arbeitete er in Rauch’s Atelier. Das bedeutendste Werk dieser seiner Frühzeit ist die Statue der „Römischen Wasserträgerin“ im Besitz des deutschen Kaisers. 1842 erhielt er den Auftrag zur Ausführung der vier großen Kriegergruppen in Marmor (Nassau, England, Braunschweig, Preußen) auf dem Bellealliance-Platz in Berlin, welche in idealer Weise vier Momente aus der Schlacht bei Waterloo schildern. 1850 waren die Modelle der beiden ersten Gruppen beendet, 1864 aber erst konnte F. nach Carrara gehen, um die Ausführung sämmtlicher vier einzuleiten, und wieder verzögerte sich die Vollendung, bis endlich lange nach seinem Tode 1876 die Aufstellung stattfand. Unter Fischer’s zahlreichen Arbeiten der Kleinplastik sind seine Humboldt- und Rauchmedaille, vor allem der sog. Glaubensschild (1844), das Pathengeschenk Friedrich Wilhelm’s IV. für den Prinzen von Wales, hervorzuheben, welchen er nach Zeichnungen von Cornelius modellirte. Eine Wiederholung des in Silber ausgeführten Werkes besitzt die Berliner Nationalgallerie. Vielfache ähnliche Arbeiten reihen sich diesen an, darunter der „Ehrenschild“, welchen 1864 der deutsche Adel dem König Franz von Neapel widmete. – 1847 wurde F. Mitglied der Berliner Akademie, an der er schon vorher als Lehrer thätig gewesen war. Ein feines Kunstgefühl, verbunden mit reicher Phantasie, sowie das Streben nach idealer Schönheit zeichnen alle Fischer’schen Werke aus, in denen, der ganzen Richtung seiner Zeit entsprechend, dafür die charakteristische Schärfe mehr in den Hintergrund tritt.

Katalog der Berl. akad. Kunstausstellung 1866. Dioscuren, 1866.