ADB:Fraentzel, Oscar

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Artikel „Fraentzel, Oscar“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 48 (1904), S. 720, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fraentzel,_Oscar&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 22:07 Uhr UTC)
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Fraentzel: Oscar F., Oberstabsarzt und Professor der Medicin in Berlin, stammte aus Meseritz, wo er am 4. März 1838 geboren wurde. Als Zögling des Friedrich-Wilhelm-Instituts für militärärztliche Ausbildung (der gegenwärtigen Kaiser Wilhelm-Akademie) studirte F. die Heilkunde in Berlin, hauptsächlich als Schüler von Traube, dessen Assistent er auch später (1867–69) war, erlangte 1860 die Doctorwürde, diente dann von 1861–65 als Militärarzt am Rhein, an der russisch-polnischen Grenze, und machte auch 1864 den Feldzug gegen Dänemark mit. 1865 kam er als Stabsarzt wieder nach Berlin, wo er sich zugleich als praktischer Arzt niederließ und an der Charité als Assistent Traube’s, seines späteren Schwiegervaters, fungirte. Von 1864–73 war er leitender Arzt der inneren Station des Kaiserin Augusta-Hospitals, 1870 erhielt er die Leitung einer Nebenabtheilung für kranke Männer an der Charité, habilitirte sich in demselben Jahre als Privatdocent und wurde 1875 außerordentlicher Professor speciell für das Lehrgebiet der physikalischen Untersuchungsmethoden, sowie für Laryngoscopie. 1893 stellte er aus Gesundheitsrücksichten seine klinische und Lehrthätigkeit ein und starb am 19. Sept. 1894. F. war ein geübter Diagnostiker, beliebter Arzt und Lehrer und hat auch durch eine Reihe von wissenschaftlichen Publicationen sich verdient gemacht. Dieselben betreffen hauptsächlich die Erkrankungen der Athmungs- und Circulationsorgane. Sein Hauptwerk ist betitelt: „Vorlesungen über die Krankheiten des Herzens“ (1889–92). Daneben kommen zahlreiche kleinere Zeitschriften-Abhandlungen, casuistische und experimentelle Beobachtungen in Betracht, wesentlich unter Leitung und im Geiste seines Lehrers und Meisters Traube gearbeitet, Studien über Fieberkrisen bei Rückfallfieber, über angeborene Enge des Blutgefäßsystems, über Ueberanstrengung des Herzens, über die Behandlung der Tuberculose mit Kreosot u. a. Selbständig erschienen noch: „Die Krankheiten der Pleura“. Auch rührt von F. die Entdeckung der die Ganglien umkleidenden Endothelien her. In seinen letzten Lebensjahren führte F. auch den Titel eines Geheimen Medicinalraths.

Biog.-Lex., hrsg. v. A. Hirsch u. E. Gurlt, II, 421.