ADB:Friedrich von Dresden

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Artikel „Friedrich von Dresden“ von Herman Haupt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 49 (1904), S. 139, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Friedrich_von_Dresden&oldid=- (Version vom 15. Juni 2019, 21:04 Uhr UTC)
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Friedrich von Dresden, Lehrer an der Kreuzschule in Dresden, † um 1420. Das einzige uns über ihn erhaltene Zeugniß liegt in den Acten des Inquisitionsprocesses vor, der 1425 gegen Johannes von Drändorf als Anhänger waldensisch-taboritischer Lehren zu Heidelberg geführt wurde. Drändorf’s Angaben zufolge wirkte Magister F. von Dresden als Genosse, vermuthlich als Locatus, des als Leiter der Dresdener Kreuzschule bekannten Petrus von Dresden. Von diesem wissen wir, daß er vor 1409 sich an der Universität Prag aufhielt und an dem Auszug der deutschen Universitätsmitglieder nach Leipzig theilnahm. Vielleicht stand mit ihm schon damals F. von Dresden in Verbindung. Ein Fridericus de Dresden ward am 11. Sept. 1400 an der Prager Universität Baccalaureus und erhielt am 2. Oct. dimissionem bursarum. Ueber die religiöse Stellung des Petrus von Dresden und seiner Genossen ist es schwer ein sicheres Urtheil zu fällen. Wir können nur mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuthen, daß sie ursprünglich dem Waldenserthum zugethan waren und so um so leichter in Prag für die Lehren Wiclif’s gewonnen wurden. Speciell den F. von Dresden nennt Johann von Drändorf einen frommen und demüthigen Mann, seine Lehren bezeichnet er als wahr und heilig; ein Husit sei er aber nicht gewesen. Der Verbreitung von Ketzereien bezichtigt, wurden die Dresdener Magister um 1412 von dem Meißner Bischofe ausgewiesen und wandten sich nun abermals nach Prag, wo sie in der Neustadt am Graben, bei der Schwarzen Rose, eine Schule eröffneten und hervorragenden Antheil an der husitischen Bewegung nahmen. Unter den ihnen zugeschriebenen Lehrsätzen begegnet die Leugnung des Fegfeuers und der Fürbitte der Heiligen; als Folge ihrer Agitationen wird der böhmische Kirchen- und Bildersturm und das Aufkommen der radicalen Bestrebungen des Taboritenthums betrachtet. Genaueres über die von F. von Dresden damals gespielte Rolle ist uns nicht bekannt. Friedrich’s Tod ist der Verbrennung seines Schülers Drändorf (1425) vorausgegangen.

O. Meltzer, Die Kreuzschule zu Dresden bis zur Einführung der Reformation (Dresden 1886), S. 33 ff. – H. Haupt, Waldenserthum im südöstlichen Deutschland (Freiburg 1890), S. 68 f.