ADB:Görzke, Joachim Ernst von

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Artikel „Görzke, Joachim Ernst von“ von Ernst Friedländer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 396, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:G%C3%B6rzke,_Joachim_Ernst_von&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 12:58 Uhr UTC)
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Görzke: Joachim Ernst v. G., kurbrandenburgischer Generallieutenant von der Cavallerie. Geboren am 11. April 1611 zu Bollersdorf in der Mittelmark ward G. in seinem neunten Jahre Edelknabe bei der Prinzessin Maria Eleonore, Tochter des Kurfürsten Johann Sigismund. Als diese im J. 1620 den König Gustav Adolf von Schweden heirathete, nahm sie G. mit sich und empfahl ihn dem Könige so, daß dieser ihn 1623 unter seine eigenen Edelknaben aufnahm und 1628 wehrhaft machte. G. ward Reiter in des Königs Leibgarde und machte als solcher den Krieg in Deutschland mit, bei Leipzig wurde er Cornet. Nach Genesung von einer schweren, in der Schlacht bei Lützen erhaltenen Verwundung zog er bis zur Beendigung des Krieges mit der schwedischen Armee, 1634 als Chef einer Compagnie Reiter, 1642 als Oberstlieutenant, 1645 als Oberst über ein Regiment Cavallerie. Nach dem Frieden ging er auf seine Güter, verheirathete sich 1654 mit Lucie v. Schlieben, trat jedoch 1656 zur Campagne gegen Polen wieder in das Heer, und zwar in kurbrandenburgische Dienste, in denen er am 9. December desselben Jahres Generalmajor wurde und bei dem Großen Kurfürsten schnell zu großem Ansehen gelangte. Seine hervorragenden Eigenschaften als Truppenführer bewirkten, daß er demnächst je ein Regiment zu Pferde und eins zu Fuß erhielt und Oberst der Artillerie wurde. Am 10. December 1663 ward er Gouverneur von Memel und Chef der in Preußen stehenden Truppen; 1672 und 1674 begleitete er den Kurfürsten nach Westfalen und dem Elsaß, erhielt das Kannenbergische Regiment zu Pferde und avancirte am 1. Januar 1675 zum Generallieutenant. Am 15. und 18. Juni desselben Jahres nahm er ruhmreichen Antheil an den Kämpfen bei Rathenow und Fehrbellin, verfolgte die Schweden nach Pommern und wohnte in den folgenden Jahren den Belagerungen von Wolgast, Anklam, Demmin und Stettin bei. 1678 schloß er Greifswald ein und commandirte dann das Corps, welches im schnellen Siegeslauf die Schweden aus Preußen drängte und nach Livland verfolgte. Bis zum Frieden von St. Germain blieb er sodann Oberbefehlshaber in Preußen und bekleidete in seinen letzten Lebensjahren die Stelle eines Gouverneurs von Küstrin. G. schloß sein ruhmreiches Leben am 27. März 1682 zu Küstrin.

Pauli, Leben großer Helden, IX. S. 29 ff. – Biograph. Lexikon aller Helden u. Militärpersonen, welche sich in Preuß. Diensten berühmt gemacht, II. S. 26.