ADB:Georg (Herzog von Mecklenburg)

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Artikel „Georg, Herzog von Mecklenburg“ von Ludwig Fromm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 680, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Georg_(Herzog_von_Mecklenburg)&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 14:12 Uhr UTC)
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Georg, Herzog von Mecklenburg, geboren am 23. Februar 1528, gestorben 20. Juli 1552, war der dritte Sohn des Herzogs Albrecht VII. von Mecklenburg-Güstrow. Er wurde, jedenfalls schon seit 1537, am Hofe der Herzogin Elisabeth von Braunschweig mit deren Sohne Erich d. J. (II.) gemeinschaftlich erzogen, und ging mit diesem 1546 unter die Hülfstruppen, welche Moritz von Sachsen dem Kaiser zuführte. Wahrscheinlich nahm G. an dem Zuge des Letzteren gegen den Kurfürsten von Sachsen und an der Schlacht bei Mühlberg Theil, genannt wird er jedoch erst 1550, in welchem Jahre er sich mit Moritz bei der Belagerung der wegen verweigerter Annahme des Interims in Acht erklärten Stadt Magdeburg befand. Bald nach dem Beginn der Belagerung, welche vom 16. September 1550 bis 9. November 1551 dauerte, wurde G. – noch im J. 1550 – bei einem Ausfall der Magdeburger gefangen genommen und kam erst nach der Capitulation dieser Stadt wieder frei. Er blieb nun bei Moritz, trat mit diesem dem Lochauer Bündniß gegen den Kaiser bei und hatte zu Anfang des J. 1551 die Stadt Wolmirstädt inne. Mit den übrigen Fürsten des Lochauer Bundes war er vor Augsburg, wo sie sich versammelten, wohnte der Belagerung dieser Stadt vom 1.–5. April bei und zog dann mit ihnen nach Tyrol, wo er am 19. Mai die von den Kaiserlichen gut befestigte Ehrenberger Klause erstürmte. Durch seine Tapferkeit trug er wesentlich zur schnellen Beendigung des Feldzuges bei, welchen der Passauer Vertrag beschloß. Hierauf nahm er an der am 17. Juli beginnenden Belagerung der Stadt Frankfurt a. Main Theil. Am 20. Juli traf ihn eine aus der Stadt abgefeuerte Kanonenkugel und riß ihm das rechte Bein weg, in Folge welcher Verwundung er am selben Tage starb. Seine Leiche wurde am 7. August in der Heiligen Bluts-Capelle des Domes zu Schwerin beigesetzt.

Lisch, Mecklenb. Jahrb. a. versch. O.