ADB:Gericke, Cyriacus

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Artikel „Gericke, Cyriacus“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 784, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gericke,_Cyriacus&oldid=- (Version vom 20. November 2019, 02:42 Uhr UTC)
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Gericke: Cyriacus G., auch Geriche, Jarchen oder Jercken genannt, soll nach alter Ueberlieferung früher Mönch und dann arcularius gewesen sein. Was dies arcularius bedeutet, ist nicht klar. Mit Beckmann, vgl. unten, S. 218, der diese Angabe einer alten, ohne Frage zuverlässigen Quelle entnommen hat, einfach „Tischler“ zu übersetzen, empfiehlt sich nicht. Man wird entweder an einen Verfertiger von kleinen Dosen oder Kisten (Geldkisten) oder an einen Büchsenmacher zu denken haben oder es könnte auch eine höhere Stellung im Kloster, etwa die eines Oekonomen (arcarius i. q. custos thesaurorum) gemeint sein. Er soll sich darauf zur Reformation gewandt haben und in Wittenberg ein Schüler und Freund Luther’s geworden sein. Er wurde Pastor zu St. Nicolai in Zerbst und war zuletzt Superintendent und Pastor in Bernburg. Dazwischen scheint er sich auch in Cöthen (vielleicht ohne Amt) aufgehalten zu haben; dorthin schrieb ihm nämlich im J. 1531 Luther und fragte ihn, ob er die Stelle eines Superintendenten in Göttingen anzunehmen bereit sei; G. schlug diese Stellung aus. Am 9. Sept. 1538 ward er zu Wittenberg Doctor der Theologie. Im J. 1539 muß er gefährlich krank gewesen sein, was Luther veranlaßte, ein theilnehmendes Schreiben an den Bürgermeister und Rath der Stadt Bernburg zu richten. Um das J. 1546 hat er „Ein christlich Gebet für Chur- und Fürsten in Sachsen und Hessen sammt allen christlichen Ständen, so jetzt wegen göttlichen Worts in Rüstung sind“, in Reimen drucken lassen. Am 8. Febr. 1551 ist er zu Bernburg gestorben.

Vgl. Joh. Christoff Beckmann, Historia des Fürstenthums Anhalt, Zerbst 1710, Fol., Bd. I. S. 117 u. 218; außerdem Luther’s Briefe. – Goedeke, S. 180.