ADB:Gigas, Johann

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Artikel „Gigas, Johann“ von Josef Bernhard Nordhoff in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 167–168, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gigas,_Johann&oldid=- (Version vom 20. November 2019, 06:09 Uhr UTC)
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Gigas: Johann Michael G. (Rise), wurde 1580 zu Luyde bei Pyrmont geboren und tritt laut seinen Schriften, nachdem er wahrscheinlich lange gelehrten Studien obgelegen, als Doctor der Medicin, Magister der freien Künste, als Leibarzt des Kölner Kurfürsten Ferdinand von Baiern und als großer Freund der mathematischen Wissenschaften auf; die Neigung zur Mathematik führte ihn wol auf die Geographie, und zwar zu Gunsten der Länder, über welche sein Fürst regierte, und der angrenzenden Territorien. Bekannt sind von ihm folgende geographische Arbeiten: 1) „Geographicae Mappae Archi-Dioecesis Coloniensis et Paderbornensis ab eo delineatae et latina descriptione ac catalogo Episcoporum ornatae“. Coloniae 1617 Fol. 2) „Prodromus geographicus h. e. Archiepiscopatus Coloniensis annexarumque et vicinarum aliquot regionum descriptio nova. Johanne Gigante D. medicinae et Mathemat. autore“. Coloniae 1620 Fol. 3) „Tabula geographica Episcopatus Monasteriensis superioris“. 4) „Tabula geographica Episcopatus Monasteriensis inferioris, adjecta descriptione“. 5) „Episcopatus Osnabrugensis“, 1650. Diese Karte erschien wieder als „Episcopatus Osnabrugensis delineata a Gigante, rev. a Meuschen“, 1753 – ferner an chronistischen Schriften noch ein „Catalogus Episcoporum Monasteriensium“ und ein „Catalogus abbatum Corbeiensium“. [168] Die letzteren sind anscheinend Handschriften geblieben, die Karten der Bisthümer Münster und Osnabrück auch zu Köln erschienen. Um die specielle Geographie hat G. sich hochverdient gemacht. Seine diesseitigen Arbeiten beruhen auf Messungen und dienten späteren Karten, wie schon der Titel der zweiten Ausgabe des „Episcopatus Osnabrugensis“ darthut, als Grundlage. Aeltere Vorlagen gab es für das Bisthum Paderborn und das Herzogthum Westfalen sicher nicht; die nächste Karte des letztgenannten Landes ist vom Jesuiten Josef Zittart, der Missionar in Arnsberg war, gezeichnet und 1706 gestochen. Nach dem Datum des Episcopatus Osnabrugensis lebte G. noch 1650.

Bessen, Geschichte des Bisthums Paderborn (1820) II, 400. – Seibertz in Ersch u. Gruber’s Allg. Encyklopädie s. v. Derselbe, Westfäl. Beiträge zur deutschen Geschichte I, 241–43; II, 257.