ADB:Greser, Daniel

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Artikel „Greser, Daniel“ von Clemens Brockhaus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 641, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Greser,_Daniel&oldid=- (Version vom 20. November 2019, 01:37 Uhr UTC)
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Greser: Daniel G., lutherischer Theolog, geboren zu Weilburg in der Grafschaft Nassau am 6. December 1504, studirte in Cassel, Gotha, Erfurt, wo er Luther predigen hörte, Mainz, und nachdem er sich inzwischen in Weilburg aufgehalten, wo der Reformator Erhardt Schnepf Prediger war, zog er, von diesem für die Sache der Reformation gewonnen, als Schnepf nach Marburg gerufen wurde, ebenfalls dahin, um weiter zu studiren und trieb namentlich auch philologische Studien. Durch Schnepf wurde er mit Brenz bekannt, und unter dem Einflusse beider Männer trat er auf den specifisch lutherischen Standpunkt, den er bis an seinen Tod eingehalten hat. 1531 ward er Pfarrer in Gießen und 1542 durch Kurfürst Moritz von Sachsen als Superintendent und Pfarrer nach Dresden berufen, wo er, nachdem er öfter in kirchlichen Aufträgen, bei Visitationen, Untersuchungen, namentlich gegen die Kryptocalvinisten thätig war, und dabei den orthodox lutherischen Standpunkt streng inhielt, 1580 Mitglied des Consistoriums wurde, und am 29. September 1591 im 88. Lebensjahre starb. Wesentlich praktisch thätig, gab er im Jahre 1567 eine Postille „Enarratio brevis et orthodoxa Evangeliorum et Festivalium“ und 1570 51 Bußpredigten „Homiliae de poenitentia“ heraus. Außerdem sind noch einzelne Gelegenheitspredigten erhalten. Es wurde denselben ein zu freies Benutzen heidnischer Schriftsteller vorgeworfen. Im Ganzen ist seine Predigtweise im Geiste seiner Zeit dogmatisch und gelehrt, häufig mit polemischen Anspielungen, aber nicht ohne kernige Anschaulichkeit. In dieser hat er auch im Jahre 1587, 83 Jahre alt, sein Leben und seine Begegnisse sehr ausführlich beschrieben, „Historia und Beschreybungen des gantzen Lauffs und Lebens“ etc.