ADB:Halem-Ilksen, Bernhard Friedrich Freiherr von

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Artikel „Halem-Ilksen, B. J. F. Freiherr von“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 410, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Halem-Ilksen,_Bernhard_Friedrich_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 17. Juli 2019, 20:54 Uhr UTC)
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Halem-Ilksen: B. J. F. Freiherr von H., geb. 1769, gest. den 1. Nov. 1823, jüngerer Bruder der beiden voranstehenden. Er verlor seinen Vater schon, als er kaum zwei Jahre alt war. Den ersten Unterricht erhielt er in seiner Geburtsstadt Oldenburg auf der Schule, der damals der berühmte Manso vorstand, hierauf besuchte er die Universitäten zu Halle, Jena und Göttingen, wo er besonders Pütter, Böhme, Martens, Schlözer, Spittler und Lichtenberg hörte. Nach vollendetem Studium kehrte er in Hoffnung auf eine Anstellung nach Oldenburg zurück. Als sich aber diese Hoffnung nicht gleich erfüllte, begab er sich nach Berlin, wo damals der bei Friedrich Wilhelm II. allmächtige Wöllner an der Spitze der Geschäfte stand. H. erhielt bald eine Anstellung bei dem Armee-Directorium mit dem Titel eines königlichen Kriegsrathes. Er erwarb sich während der nächsten Jahre die volle Zufriedenheit namentlich seines Gönners Wöllner, verließ aber den preußischen Staatsdienst plötzlich, um eine in seinem engeren Vaterlande zu Neuenburg ihm angebotene Landgerichtssecretärstelle anzunehmen. Auch hier wirkte er eifrig und in den amtlichen Schlendrian energisch eingreifend, wodurch er sich freilich auch verschiedene Verdrießlichkeiten zuzog, sich sogar in einen wetzlarischen Reichskammergerichtsproceß verwickelte. Später ward er nach Delmenhorst versetzt, wo er bis zum Jahre 1811 blieb, nachdem er schon früher den alten Adel seiner ostfriesisch-oldenburgischen Familie hatte erneuern lassen. Um diese Zeit erfolgte die Besitznahme des sogenannten hanseatischen Departements durch die Franzosen und H. erhielt nun von der neuen Regierung den Posten eines Generalsecretärs des Weser-Departements, vermöge dessen er seinen Wohnort nach Bremen verlegte. Auch in dieser neuen Stellung gelang es ihm, sich die volle Achtung, sowohl seiner Vorgesetzten, als auch seiner neuen Mitbürger zu erwerben und die besondere Aufmerksamkeit des Präsidenten des Departements, Grafen Arberg’s zu erregen. Er wurde nach Paris versetzt, wo er bis zum J. 1814 blieb. Durch seinen Hang zum Aufwand und durch den Verlust seiner Stellung gerieth er in die Nothwendigkeit, den Rest seines Vermögens seinen Gläubigern zu überlassen, so daß ihm nur eine kleine Leibrente von Seiten seiner Frau (einer geborenen Michaelis) blieb. Dadurch in die Lage versetzt, seine vielfachen Kenntnisse auf andere Weise zu verwerthen, ward er Schriftsteller. Er lebte nun anfangs in Leipzig, dann in Jena, kehrte aber sehr bald nach Leipzig zurück, wo er mit bewunderungswerthem Fleiße und erstaunlicher Schnelligkeit arbeitete und eine große Reihe von Werken, zum Theil nicht ohne Werth im Gebiete der Politik, Reisen, Erdbeschreibung, Geschichte etc. aus dem Englischen, Französischen und Italienischen übersetzte, auch sonstige litterarische Arbeiten für die verschiedensten Zeitschriften und Zeitungen lieferte, und sich auf diese Weise eine ganz angemessene Einnahme verschaffte. Von dieser Thätigkeit rief ihn 1823 ein plötzlicher Tod ab. Den Namen Ilksen fügte er, in Folge eines von dem Großvater seiner Gattin gestifteten und auf ihn gekommenen Familien-Fideicommisses, dem seinen hinzu. Er hinterließ keine Nachkommen.

Vgl. Neuer Nekrolog der Deutschen, 1823. S. 723–733 etc. etc.