ADB:Hammer, Christian Friedrich

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Artikel „Hammer, Christian Friedrich“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 480–481, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hammer,_Christian_Friedrich&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 13:02 Uhr UTC)
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Hammer: Christian Friedrich H., wurde den 10. Decbr. 1769[1] zu Neunstetten, einem ehemaligen freiherrlich von Berlichingischen Dorfe im Kanton Ottenwald, jetzt im Großherzogthum Baden geboren, wo sein Vater als Amtsvogt wohnte. Seine Mutter war eine geborene Götz. Seinen ersten Unterricht erhielt der Knabe bei dem Dorfschullehrer, einem Mann von nicht gewöhnlichen Kenntnissen, welcher dessen Neigung zum Zeichnen und zur Geometrie, sowie zur Geographie, nicht allein zu wecken, sondern auch zu nähren wußte. Bald hatte der junge H. seine Schulkameraden überflügelt, so daß der Vater ihn mit seinen Brüdern einem Hauslehrer übergab. Mit dem 14. Jahre konnte er, wohlausgerüstet mit Schul- und Sprachkenntnissen, sogar des Hebräischen, 1774 in die Amtsstube seines Oheims, des fürstlichen Kammerraths und Rentmeisters Götz zu Wertheim als Incipient eintreten, woneben er sich in seinen freien Stunden weiter bildete. Im J. 1780 wurde er unter vortheilhaften Bedingungen von dem Oberkammerrath Lips nach Breitenlohe berufen, was er um so freudiger annahm, als er hoffte, dadurch die Möglichkeit zum Besuch einer Universität zu gewinnen. Als aber im J. 1783 die Herrschaft Breitenlohe an Castell verkauft und mit dem Amte Burghaslach vereinigt wurde, kam H. zu dem Rath und Amtmann Fyselin; 1791 erhielt er von dem Geheimerath von Zwanziger den Antrag, nach Püttlingen in Lothringen zu gehen und daselbst die Administration der dem Fürsten von Löwenstein in dieser Grafschaft gebliebenen Domänen und Einkünfte als Rentmeister zu besorgen. Er erwarb sich hier so sehr das Vertrauen seines Fürsten, daß ihn derselbe 1793 zu Entschädigungsunterhandlungen nach Paris sandte, wo er Augenzeuge der Hinrichtung Ludwigs XVI. wurde. Inzwischen wurden vermöge des mit Deutschland ausgebrochenen Krieges alle Unterhandlungen abgebrochen und H. fand bei seiner Rückkehr nach Püttlingen alle fürstlichen Güter mit Beschlag belegt. Er wußte es aber durchzusetzen, [481] daß er selbst als Sequestrationsbeamter der Republik angestellt wurde, allein seine Thätigkeit wurde dennoch hier durch den Befehl, daß alle Fremde ohne Unterschied bis zum Frieden eingesperrt werden sollten, sehr bald wieder aufgehoben. H. entzog sich aber durch die Flucht am 25. October 1793 der Gefangennahme. Der Fürst übertrug ihm nun das Lieferungsgeschäft zur Provisionirung der fränkischen Truppen in Mainz und später die Stellung eines Jägerkorps in holländischem Sold. H. führte als Oberlieutenant und Quartiermeister im J. 1794 den ersten Transport nach Mastricht. Dann begab er sich nach dem Haag, um hier von den Generalstaaten das nöthige Geld etc. zu besorgen, welches Geschäft ihm auch Gelegenheit gab, noch andere Städte Hollands zu besuchen und kennen zu lernen. Als nun zu Anfang des Winters 1794 die Franzosen über das Eis der Waal gingen und die holländischen Truppen sich zurückziehen mußten, gelang es H. mit den empfangenen Geldern nach Holland zu kommen, wo der Fürst von Löwenstein schon seiner wartete. Unter verschiedenen Verwendungen im fränkischen Kreise, zuletzt als Kreiscassirer, erhielt er 1795 Hauptmanns- und 1804 Majorscharakter. Als im J. 1806 mit der deutschen Reichs- auch die Kreisverfassung ihr Ende erreichte, wurde H. in den Pensionsstand versetzt und im J. 1808 zum königl. baierischen Major à la suite ernannt. Er hatte sich 1801 mit Helene Jakobine von Löffelholz aus einem alten angesehenen Nürnberger Patriziergeschlechte vermählt, aus welcher Ehe ihm fünf Kinder geboren wurden, von denen ihn drei überlebten. Er starb zu Nürnberg am 7. September 1838 und Nürnberg verdankt ihm unter Andern die Begründung des damals berühmten Zeitungsunternehmens: „Der Korrespondent von und für Deutschland“. Seinen Hauptruf aber hat er sich durch die Anfertigung und Herausgabe zahlreicher Landkarten und Pläne erworben, Arbeiten, welche als tüchtig und zuverlässig noch heute geschätzt werden.

Vgl. Neuer Nekrolog der Deutschen 1888. II. Theil. S. 799 ff. Will, Nürnbergisches Gelehrten-Lexikon Bd. VI. 22 etc.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 480. Z. 25 v. u. l.: 1760 (statt 1769). [Bd. 10, S. 768]