ADB:Heister, Siegbert Graf

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Artikel „Heister, Siegbert Graf“ von Wilhelm Edler von Janko in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 676–677, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heister,_Siegbert_Graf&oldid=- (Version vom 20. September 2019, 08:12 Uhr UTC)
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Heister: Siegbert Graf H., österreichischer Feldmarschall. Einer altadlichen Familie entsprossen, begann H. schon in seinem 19. Lebensjahre (1665) seine militärische Laufbahn, zeigte in den Zügen gegen Frankreich besondere persönliche Tapferkeit und ward als Major 1678 in einem heißen Gefechte auf der Brücke bei Rheinfelden schwer verwundet. Als General focht er hierauf mit ungewöhnlicher Bravour, sich dabei aber auch als ein einsichtsvoller, erfahrener Anführer bewährend, in den Feldzügen von 1683 bis zum Ablaufe des Jahrhunderts. Unter Ludwig von Baden befehligte er das gesammte Fußvolk und trug viel zu den Siegen von Batotschina (Patačin, 30. August) und Nissa (24. September) 1689 bei. Zehn Jahre später war H. selbständiger Corpscommandant in Oberungarn und focht stets mit Glück gegen die Türken und die mit ihnen verbündeten ungarischen Rebellen. Auch in dem Kriege gegen Rakoczy, welchen Oesterreich gleichzeitig mit dem spanischen Erbfolgekriege zu führen hatte, war er siegreich, so bei Koronczo (13. Juni) und Gerencser (Tyrnau, 26. December) 1704. Hierauf nach Tirol versetzt, hielt er auch hier die Fortschritte des Feindes auf; 1707 kam er zur Reichsarmee, doch schon das Jahr darauf (1708) ward er Oberbefehlshaber in Ungarn. Hier schlug er mit dem Grafen Johann Palfy vereint die Aufständischen bei Trentschin (4. August,), nahm mehrere feste Plätze und stellte das Ansehen des Kaisers in ganz Niederungarn wieder her. Weitere glückliche Gefechte und Städteeinnahmen beschleunigten die Pacificirung des Landes. An dem Feldzuge von 1717 nahm H. ebenfalls rühmlichen Antheil, er wartete aber den Friedensschluß nicht ab und zog sich auf sein Gut Kirchberg (Steiermark) zurück, wo er am 22. Februar 1718 im 72. Lebensjahre starb. Aus seiner ersten Ehe mit einer Gräfin Zinzendorf [677] (H. war vier Mal vermählt) stammen seine einzigen zwei Kinder; der ältere Sohn Rudolf fiel als kaiserl. Oberst ehrenvoll mit 18 Wunden bedeckt in der Schlacht bei Belgrad 1717.

Kestner, That. u. Charakterzüge berühmter österr. Feldherren, Wien 1808.