ADB:Hermann (Abt von Niederaltaich)

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Artikel „Hermann, Abt von Nieder-Altaich“ von Wilhelm Wattenbach in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 164, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hermann_(Abt_von_Niederaltaich)&oldid=- (Version vom 22. Mai 2019, 13:36 Uhr UTC)
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Hermann, von 1242 bis 1273 Abt der ansehnlichen Abtei Nieder-Altaich zwischen Regensburg und Passau, ist 1200 oder 1201 geboren und hat schon zu Lebzeiten des Abtes Dietmar eine ansehnliche Stellung eingenommen, wurde mit wichtigen Gesandtschaften betraut. Nach der Abdankung des alten Abtes zu dessen Nachfolger erwählt, hat er vorzüglich dem ökonomischen Zustande der Reichsabtei seine Sorgfalt und Energie zugewandt, wobei es ihm zu Statten kam, daß nach dem Aussterben der Grafen von Bogen die Vogtei an die Herzoge von Baiern gekommen war. In vertrauten Beziehungen zu diesen und zu dem König Ottokar von Böhmen, der bald siegreichen päpstlichen Partei angehörig, gelang es ihm, sein Stift zu hoher Blüthe zu bringen. Von seiner Thätigkeit und Umsicht zeugen die noch erhaltenen Aufzeichnungen über die Verhältnisse, Besitzungen und Einkünfte des Klosters, die Urkundenbücher, welche auch Landfrieden u. A. enthalten und darin seine wichtige politische Stellung erkennen lassen. Hierdurch wurde es ihm auch zur Nothwendigkeit, einen Ueberblick über die Geschichte zu erhalten; er ließ ältere Chroniken sammeln, ergänzte sie und fügte eine Darstellung der Zeitgeschichte hinzu, in welcher zusammenfassende Ueberblicke seine Hand erkennen lassen, während anderes nur in seinem Auftrag eingezeichnet sein mag. Natürlicher Weise steht die locale, vorzüglich baierische Geschichte im Vordergrund; es ist aber auch nur zu bemerklich und für uns bedauerlich, daß er über die wichtigsten Gegenstände, wie namentlich die Thätigkeit des päpstlichen Agenten Albert Behaim, dem er doch nahe gestanden hatte, absichtlich Schweigen beobachtet. Die tieferen Gegensätze der Parteien berührt er nicht, und so werthvoll uns seine Mittheilungen sind, so wenig können sie uns doch ganz befriedigen. Nachdem H. 1273 auf seine Würde verzichtet hatte, starb er am 31. Juli 1275. Sein Geschichtswerk wurde viel benutzt und fand verschiedene Fortsetzer.

Ausg. von Jaffé, Mon. Germ. SS. XVII, 351–605. Neue Forts. ib. XXIV, 49. O. Lorenz, Geschichtsqu., I. 146, II. 336. Wichert im Neuen Archiv, I. 369–393. Braunmüller in den Verhandlungen des hist. Vereins von Niederbaiern, XIX. Heft 3.