ADB:Host, Nicolaus Thomas

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Artikel „Host, Nicolaus Thomas“ von Heinrich Wilhelm Reichardt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 190, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Host,_Nicolaus_Thomas&oldid=- (Version vom 20. Januar 2020, 06:50 Uhr UTC)
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Host: Dr. Nicolaus Thomas H., Arzt und Botaniker, geboren den 6. December 1761 zu Fiume, † den 13. Januar 1834 zu Schönbrunn bei Wien. Er studirte anfangs in seiner Vaterstadt, später in Wien, wo er auch 1786 die Doctorswürde erwarb. Als Arzt machte sich H. bald durch glückliche Curen einen Namen; wurde 1792 Leibarzt des Kaisers Franz I. und später kaiserlicher Rath. Neben seiner Berufswissenschaft betrieb H. mit großer Vorliebe das Studium der Botanik, war mit Joseph Freiherrn v. Jacquin befreundet und unternahm weite Reisen durch beinahe ganz Oesterreich. Die zahlreichen von denselben mitgebrachten Gewächse pflanzte H. in den nächst dem Belvedere in Wien gelegenen Garten der Flora austriaca, welchen Kaiser Franz I. 1793 auf Host’s Vorschlag hatte anlegen lassen. Als botanischer Schriftsteller gab H. mehrere wichtigere Werke heraus; dieselben sind: „Synopsis plantarum in Austria crescentium“ (1797), ein mit großer Genauigkeit und kritischem Geiste geschriebenes Handbuch. – „Icones et descriptiones graminum austriacorum“ (1801–9), ein Prachtwerk in vier Foliobänden mit 400 Tafeln, dessen vortreffliche Abbildungen sich durch naturgetreue Darstellung des Gesammteindruckes auszeichnen und noch jetzt unübertroffen sind. – „Flora austriaca“ (1827–31); dieses Werk steht hinter den beiden vorgenannten zurück, denn es ist unvollständig, nach veralteten Principien verfaßt und enthält in manchen Gattungen eine Menge unhaltbarer Arten. – „Salix“, eine monographische Bearbeitung der Weiden, ebenfalls ein Prachtwerk, von welchem aber nur der erste Band mit 105 Tafeln erschien (1828). Die Abbildungen sind ebenso vortrefflich, wie bei den Gräsern, doch macht sich auch hier eine Zersplitterung des beschriebenen Materials in zahlreiche überflüssige Species geltend.

Gräffer und Czikann, Oesterr. National-Encyklopädie, II. S. 625. – A. Neilreich in Verhandl. des zoolog.-botan. Vereins zu Wien, V. (1855), S. 35. – Wurzbach, Biographisches Lexikon des österr. Kaiserstaates, IX. S. 340.