ADB:Isabella Clara Eugenia

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Isabella Clara Eugenia“ von Karl Theodor Wenzelburger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 610–611, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Isabella_Clara_Eugenia&oldid=2489226 (Version vom 23. April 2018, 07:35 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Isabella
Band 14 (1881), S. 610–611 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Isabella Clara Eugenia von Spanien in der Wikipedia
GND-Nummer 118555928
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|14|610|611|Isabella Clara Eugenia|Karl Theodor Wenzelburger|ADB:Isabella Clara Eugenia}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118555928}}    

Isabella Clara Eugenia, das erste Kind Philipps II. von Spanien mit seiner dritten Frau Elisabeth oder Isabella, Tochter Heinrichs II. von Frankreich, geb. in Valsano im Walde von Segovia am 12. August 1566. Sie wurde sorgfältig erzogen, ihr Vater weihte sie selbst in die Staatsgeschäfte ein, und sie entwickelte sich zu einer ebenso schönen wie verständigen Frau. Bis in ihr 32. Jahr blieb sie unvermählt, wiewol sie verschiedene Heirathsanträge bekommen hatte. Ihr Gemahl wurde der Erzherzog Albrecht von Oesterreich, der, am spanischen Hofe erzogen, ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt war, aber als Vicekönig von Portugal und Statthalter der spanischen Niederlande (seit 1596) seinem Oheim so wichtige Dienste geleistet hatte, daß er die Hand von dessen Tochter und mit ihr die Niederlande als Brautschatz bekam. Nach dem Tode Heinrichs III. hatte sich Philipp vergeblich bemüht, ihr die französische Krone zu verschaffen: jedenfalls aber hielt er ihre Heirath mit Albert für das beste Mittel, um zur Wiedergewinnung der nördlichen Niederlande zu gelangen. Für den Fall jedoch, daß die Ehe kinderlos blieb, sollten die Niederlande bei dem Tode eines der Ehegatten wieder an Spanien fallen. Alle Anstrengungen jedoch, um den Norden zum Anschluß an den Süden zu bewegen, schlugen fehl und mußten auch fehlschlagen, da nur die katholische Religion geduldet werden sollte; die Generalstaaten rüsteten sich sogar zum Kriege, die Truppen Alberts wurden aber 1600 in der bekannten Schlacht von Nieuwpoort geschlagen. Als während dieses Krieges das flandrische Heer auseinander zu gehen drohte, weil es lange keinen Sold empfangen hatte, wußte sie durch ihr persönliches Auftreten zum Bleiben zu bewegen, wodurch es möglich wurde, Ostende zu belagern, das dann auch später von Spinola genommen wurde. Sie nahm an dieser Belagerung selbst [611] thätigen Antheil, und bei dieser Gelegenheit soll sie das Gelübde gethan haben, ihr Hemd nicht zu wechseln, ehe Ostende genommen war, was bekanntlich erst nach einer vierjährigen Belagerung geschah. Kurz nach Ablauf des 12jährigen Bestandes starb Albert (13. Juli 1621); da die Ehe kinderlos geblieben war, so sollten die spanischen Niederlande der getroffenen Verabredung gemäß an Spanien zurückfallen, Philipp IV. jedoch, der die Regierung gerade angetreten hatte, ernannte seine Tante zur Statthalterin. Der Krieg mit dem Norden wurde wieder aufgenommen und Spinola eroberte 1625 Breda, aber bald nach dem Tode von Moritz wandte sich das Kriegsglück, Friedrich Heinrich eroberte 1629 Herzogenbusch, 1632 Maastricht und 1631 siegte eine holländische Flotte auf dem Slaak. Im J. 1632 wurden Friedensunterhandlungen zwischen dem Norden und Süden eröffnet, die sich aber bald wieder zerschlugen. Am 1. December 1633 starb die Statthalterin und wurde neben Albert in der Kirche von St. Gudula in Brüssel beigesetzt.

Vgl. R. Fruin, Tien jaren uit den tachtigjarigen oorlog 1588–1598, Amsterdam 1861, und Motley, The rise of the Dutch republic.