ADB:Jochmann, Carl Gustav

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Artikel „Jochmann, Carl Gustav“ von Julius von Eckardt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 105, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jochmann,_Carl_Gustav&oldid=- (Version vom 26. Mai 2020, 22:03 Uhr UTC)
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Jochmann: Karl Gustav J., deutscher Publicist, wurde 1789 zu Pernau in Livland geboren, besuchte die Domschule zu Riga, studirte in den Jahren 1807–9 zu Leipzig, Göttingen und Jena Jurisprudenz und trat sodann auf einige Monate in die französische Armee, um (als Lieutenant des Regiments Prinz von Isenburg) an der Befreiung und Wiederherstellung Polens Theil zu nehmen. Nachdem er seinen Abschied genommen, ließ J. sich im J. 1810 als Advocat in Riga nieder, wo er (die in England verbrachten Kriegsjahre 1812 und 1813 ausgenommen) bis zum J. 1819 lebte, um sodann seine Praxis aufzugeben und sich nach längerem, abwechselnd in Dresden, Paris und der Schweiz genommenen Aufenthalt im J. 1822 zu Karlsruhe nieder zu lassen, wo er im Juli 1830 verstarb. J. ist vornehmlich durch die aus seinem Nachlaß von Heinrich Zschokke 1836 herausgegebenen „Reliquien“ (Hechingen bei F. X. Ribler) bekannt geworden, welche eine größere Anzahl geistreicher Aufsätze über geschichtliche und politische Materien („Naturgeschichte des deutschen Adels“, „Bürgschaften der englischen Verfassung“, „Robespierre“ etc.), sowie interessante Erinnerungen an den Grafen Schlabrendorf und an Oelsner und Aufzeichnungen dieser Männer enthalten. Zu Jochmann’s Lebzeiten waren verschiedene kleinere Schriften (von denen die „Briefe über den Protestantismus“ besonders zu nennen sind) von ihm anonym publicirt worden. – Diese Schriften zeugen von scharfer Beobachtungsgabe, außerordentlich reicher und gründlicher Bildung und von einer für jene Zeit besonders bemerkenswerthen Unabhängigkeit von den politischen Schlagworten des Tages.

Vgl. Zschokke’s Einleitung zu den Reliquien. J. Eckardt, Die baltischen Provinzen Rußlands, 2. Aufl. 1869, S. 313–58 und W. v. Bock, Livl. Beiträge, Bd. IV.