ADB:Jost, Johann Karl Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Jost, Johann Karl Friedrich“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 576–577, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Jost,_Johann_Karl_Friedrich&oldid=- (Version vom 5. Dezember 2019, 19:36 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Jost von Silinen
Nächster>>>
Jost, Isaak Markus
Band 14 (1881), S. 576–577 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Karl Friedrich Jost in der Wikipedia
GND-Nummer 11719929X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|14|576|577|Jost, Johann Karl Friedrich|Joseph Kürschner|ADB:Jost, Johann Karl Friedrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=11719929X}}    

Jost: Johann Karl Friedrich J., Schauspieler, geb. 1789 in der Nähe von Brieg, † am 25. August 1870 in München. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Brieg, lernte J. in Breslau als Kaufmann, studirte 10 Monate an der Universität Medicin und machte endlich am Stadttheater daselbst seine ersten Bühnenversuche als Statist. Grüneberg, Gleiwitz und eine ganze Reihe [577] kleiner Ortschaften Oberschlesiens waren die nächsten Etappen seiner theatralischen Laufbahn, die ihn erst nach Verlauf mehrerer Jahre in größere Städte, so nach Stettin, Danzig, Königsberg, Riga, Bremen und Köln führte. Bei wiederholter Anwesenheit in Königsberg stand J. eine Zeitlang der dortigen Theaterleitung nahe. 1826 wurde er an das Stadttheater zu Hamburg engagirt und entwickelte hier seine bedeutenden Anlagen als Charakterdarsteller zu bemerkenswerther Höhe, die ihn auch andern Theatern, namentlich der Münchener Hofbühne besitzenswerth machte. J. brach daher seinen Contract und ließ sich am 1. April 1837 an dem letztgenannten Institut anwerben, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Zum letzten Mal trat er am 11. Mai 1870 als Kammerdiener (Kabale und Liebe) auf. J. der mit großer Wahrheit zu charakterisiren verstand, bewährte seine Talente namentlich in Rollen wie Harpagon, Jago, Shylock, Rath Zabern (Bürgerlich und romantisch), Franz Moor, Ossip, Mephisto etc. Der Schauspieler war zweimal vermählt, das eine Mal mit einem Fräulein v. Bergen, das zweite Mal mit Theophila Neumann, die ihre Zeitgenossen als tüchtige Sängerin kannten.