ADB:Juncker, Johann

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Artikel „Juncker, Johann“ von August Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 692, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Juncker,_Johann&oldid=- (Version vom 30. September 2020, 20:09 Uhr UTC)
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Juncker: Johann J., Arzt, den 23. September 1679 in Lehndorff (bei Gießen) in ärmlichen Verhältnissen geboren, hatte sich in Halle dem Studium der Theologie und Philologie gewidmet und war nach Beendigung seiner Studien als Lehrer am königl. Pädagogium in Halle angestellt worden. (Die von ihm zuerst 1705 herausgegebene griechische Grammatik hat 13 neue Auflagen, die letzte 1771, erlebt.) Später wandte er sich, von der Lehre Stahl’s gefesselt, dem Studium der Medicin zu, promovirte im J. 1717, und erhielt eine Stelle als Arzt am Waisenhause in Halle; 1730 wurde er zum Prof. ord. der Medicin an der dortigen Fakultät ernannt und hat den Lehrstuhl der medicinischen Klinik bis zu seinem am 21. October 1759 erfolgten Tode bekleidet. – J. war einer der eifrigsten Evangelisten der Stahl’schen Theorien in der Medicin und in der Chemie. Seine überaus zahlreichen Schriften (vgl. das Verzeichniß derselben in Biogr. méd., V. 379) tendiren lediglich dahin, die Lehren seines Meisters zu verbreiten; die von ihm veröffentlichten Compendien über fast alle Zweige der Heilkunde sind nicht ohne Geschmack geschrieben, aber weder in diesen Schriften, noch in seinen nach Hunderten zählenden akademischen Gelegenheitsschriften findet sich ein eigener Gedanke. Der von ihm bearbeitete „Conspectus chemiae theoretico-practicae in forma tabularum repraesentatus etc.“, III Tomi 1730–54 (auch ins Deutsche und Französische übersetzt) war eine der vorzüglichsten Autoritäten für die Stahl’sche Phlogiston-Theorie. – Ein wahres Verdienst hat sich J. durch die Einführung des klinischen Unterrichts in Halle erworben, wobei ihm seine Stellung als Arzt am Waisenhause zu Gute kam. Zur Charakterisirung Juncker’s möge hier noch folgende Thatsache Platz finden: Börner hatte sich mit der Bitte an ihn gewandt, er möge ihm, behufs Bearbeitung seiner (Juncker’s) Biographie einige Notizen über seine Lebensverhältnisse zugehen lassen, erhielt von ihm jedoch einen abschlägigen Bescheid mit der Erklärung, er wolle lieber, „daß sein Gedächtniß untergehen, als unter der Zahl gelehrter Männer fortgeführt werden solle“.