ADB:Korn, Maximilian

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Artikel „Korn, Maximilian“ von Joseph Kürschner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 706–707, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Korn,_Maximilian&oldid=- (Version vom 6. Dezember 2019, 15:34 Uhr UTC)
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Korn: Maximilian K., vortrefflicher Schauspieler, geb. am 12. October 1782 zu Wien, † daselbst am 23. Januar 1854. In der stolzen Garde des Wiener Burgtheaters nahm der hier genannte Darsteller lange Zeit einen ersten und ehrenvollen Platz ein und nicht nur daß er in Wien geboren ward und starb, machte er hier auch seine ersten theatralischen Versuche und nahm hier Abschied von den schwanken Brettern, auf denen er ein Meister wie wenige gewesen war. Eines Bürgers Sohn, studirte er in seiner Vaterstadt die Rechte, nebenbei füllte er seine Mußestunden damit aus Rollen zu lernen und auf Liebhabertheatern einem dankbaren Publikum zum Besten zu geben. Doch aus dem Scherz wurde Ernst, was bislang Vergnügen gewesen war, gedachte K. nun zu seinem Berufe zu machen. Eine Talentprobe, der er sich bei Iffland unterwarf, fiel glücklich aus, ebenso erwarb er sich bei der Mitwirkung auf einem Liebhabertheater den Beifall des anwesenden damaligen Hoftheaterdirectors Peter Freiherrn v. Braun, der ihm in Folge dessen drei Debütrollen gewährte, die er mit solchem Erfolg spielte, daß er sogleich engagirt wurde. Diese Rollen waren „Cinthio“ (Das rächende Gewissen) am 21. März 1802, „Pastor Ehrmann“ (Kind der Liebe) am 23. April und „Fedor Ossakow“ (Strelitzen) am 15. Mai. Von Lange, namentlich aber von Brockmann gefördert, entwickelte sich das Talent Korn’s rasch zu schöner Blüthe und zeitigte eine Fülle glänzender Früchte, unter denen vor Allem folgende Rollen genannt sein mögen: „Balboa“, „Don Cäsar“ (Donna Diana), „Tasso“, „Wiburg“ (Stille Wasser sind tief), Don Carlos und Posa, „Klingsberg“ (Der Ring), „Mortimer“ (Maria Stuart), „Elmwood“ (Vormund und Mündel), „Dorrisford“ (Vater und Tochter), „Giulio Romano“ (Correggio), „Hippolyt“ (Phädra), „Romeo“ (Romeo und Julie), „Max Piccolomini“ (Wallenstein), „Hamlet“, „Linder“ (Die Quälgeister), „Figaro“ (Die beiden Figaro), „Klinker“ (Das Epigramm), „Bolingbroke“ (Glas Wasser), „Fiesco“, „Clavigo“, „Tellheim“ (Minna von Barnhelm) etc. Im Ganzen trat K. 5786 Mal auf und bekleidete seit 1812 auch das Amt eines k. k. Regisseurs. Außerhalb Wiens ist K. nur sehr wenig aufgetreten, in Preßburg gab er zwar 14 Jahre zu wohlthätigen Zwecken Gastvorstellungen, die ihm u. A. das Ehrenbürgerrecht der Freistadt einbrachten, sonst aber nur in [707] München (1822) und in Leipzig, Berlin und Hamburg (1825). Collin, der seine Epistel „Ueber die Schauspielkunst“ an K. richtet, schrieb schon früh über diesen: „Ein glücklicher Körperbau, Anstand in der Bewegung, tiefes inniges Gefühl, Feuer und Geist der Analyse verbürgten mir schon vorlängst, daß in ihm ein vorzüglicher Schauspieler heranreife.“ Ausgezeichnet war er im feinen Lustspiel durch eine natürliche und ungezwungene Eleganz des Auftretens. Vermählt war der Schauspieler seit dem 12. März 1806 mit Wilhelmine K. (s. u.).

Vgl. F. K. Weidmann, Maximilian Korn. Sein Leben u. künstlerisches Wirken (Wien 1857).

Wilhelmine K., Schauspielerin, Gattin von Maximilian K., geb. am 17. December 1786 zu Wien, † am 13. September 1843 zu Hietzing bei Wien. Auch diese Darstellerin hat wie ihr Gatte ausschließlich in ihrer Vaterstadt gewirkt und lange Jahre hindurch zu den Zierden des Burgtheaters gehört. Sie war eine Tochter des bekannten Dramatikers und Schauspielers G. Stephanie des Jüngeren, nach dessen und ihrer Mutter frühem Tod sie thatkräftige Unterstützung durch Brockmann und Betti Roose (geb. Koch, s. Siegfr. Gotthelf Koch) erfuhr und am 2. December 1802 als „Elsbeth“ (Graf von Burgund) auf dem Burgtheater debütirte. Darauf gab sie noch das „Gretchen“ (Verwandtschaften) und die „Julie“ (Mann von Wort) und wurde sogleich engagirt. Erst 1830 ließ sie sich pensioniren, bis dahin glänzte sie im Fache jugendlicher Liebhaberinnen und naiver Mädchen.