ADB:Kuhn, Johannes Nicolaus

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Artikel „Kuhn, Johann Nicolaus“ von Werner von Melle in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 340, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kuhn,_Johannes_Nicolaus&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 04:52 Uhr UTC)
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Kuhn: Johann Nicolaus K., Architekt, dessen Geburtsjahr und Geburtsort unbekannt, war in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts in Hamburg als Zimmergesell beschäftigt, konnte aber trotz aller seiner Geschicklichkeit in seinem Handwerk dort nicht Meister werden, weil seine Braut ihm vor der Zeit einen Sohn gebar und die statutenmäßig auf volle Ehrenhaftigkeit ihrer Mitglieder haltende Corporation seine Aufnahme verweigerte. In dieser Bedrängniß nahm sich ein reicher Hamburger Bürger des talentvollen jungen Mannes an, ließ ihn auf seine Kosten die freie Laufbahn eines Architekten betreten und gewährte ihm auch die zu einer Studienreise nach Italien erforderlichen Mittel. Nach Hamburg zurückgekehrt, baute K. dort 1709–1711 das stattliche Palais des Baron von Görtz am Neuenwall, welches später von der Stadt angekauft wurde und, nachdem es eine Zeit lang als Hotel der kaiserlichen Gesandtschaft benutzt worden, seit 1814 Sitz der Hamburger Polizeibehörde ist. Das in einfachem, aber edlem Renaissancestil trefflich und harmonisch durchgeführte Gebäude zeugt noch jetzt von dem Geschmack des Baumeisters und von seinem erfolgreichen Studium der italienischen Palast-Architektur. Nach Vollendung dieses ersten Werkes wurden dem schnell berühmt gewordenen Architekten zahlreiche andere Arbeiten (darunter verschiedene Paläste für Hamburger Patricier und eine Reihe von Kirchenbauten) übertragen, die jedoch sämmtlich an künstlerischer Bedeutung hinter dem Görtzischen Palais, in welchem K. gleich zuerst sein Bestes geleistet hatte, zurückstehen. Doch fanden auch die späteren Bauten, bei denen übrigens vielfach den besonderen Wünschen der Auftraggeber Rechnung zu tragen war, allseitige Anerkennung. K. starb nach 35jähriger Wirksamkeit zu Hamburg im J. 1744.

Hamb. Künstler-Lexikon, Bd. I, Hamburg 1854. S. 138. H. J. L. Meyer, Skizzen zu einem Gemälde von Hamburg, Bd. I. Hamburg 1801. S. 336 ff., wo auch eine Abbildung des Görtzischen Palais.