ADB:Lübkert, Johann Heinrich Bernhard

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Artikel „Lübkert, Johann Heinrich Bernhard“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 333, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:L%C3%BCbkert,_Johann_Heinrich_Bernhard&oldid=- (Version vom 30. November 2020, 20:51 Uhr UTC)
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Lübkert: Johann Heinrich Bernhard L., geb. am 6. Dec. 1798 in Reinfeld (Holstein), studirte Theologie auf der Kieler Universität von 1819 an und in Jena und bestand das theologische Amtsexamen rühmlich. Dann promovirte er 1825 in Tübingen zum Dr. philos. und wurde darauf durch Gemeindewahl Diakonus in Glückstadt, nach dem Weggang des Dr. Johannsen nach Kopenhagen. Er wurde hier zum Mitgliede des theologischen Examencollegiums ernannt, dem er bis zur neuen Einrichtung desselben 1834 angehörte. 1835 avancirte er zum Schloß- und Garnisonsprediger in Glückstadt. Seine theologischen Studien fand er hier Gelegenheit eifrig fortzusetzen und als Frucht derselben erschien seine Ausgabe des „Minucius Felix“, dessen Octavius er neu edirte mit Erklärungen und Uebersetzung, Leipzig 1836, 214 S. Dann verdanken wir ihm, nachdem Dr. Jensen die kirchliche Statistik des Herzogthums Schleswig ausführlich bearbeitet, einen „Versuch einer kirchlichen Statistik Holsteins“ 1837, für seine Zeit ein werthvoller Beitrag zur speciellen Vaterlandskunde. Von 1836–39 fungirte er zugleich als interimistischer Zuchthausprediger, bis dann ein eigener Prediger an dieser Anstalt angestellt ward. Dieses Nebenamt gab ihm die Veranlassung zur Herausgabe seiner „Chronik der Strafanstalten in Glückstadt“, 1839. Er wurde nun auch zweites geistliches Mitglied des holsteinischen Oberconsistoriums in Glückstadt (erstes war der jedesmalige Generalsuperintendent). 1840 creirte ihn, in Folge eingereichter Dissertation „De haeresi Priscillianistarum ex fontibus denuo collatis“ die Kopenhagener theologische Facultät zum Dr. theol. 1854 wurde er als Pastor nach Bergstedt versetzt, starb aber schon daselbst am 21. Februar 1858. Er huldigte entschieden der freieren Richtung in der Theologie. Davon zeugen sein „Lehrbuch für den Religionsunterricht“, 1838, die Herausgabe einer Sammlung von Predigten zum Besten der Familie des jung verstorbenen Pastors Dr. Gerber in Colmar, mit dessen Nekrolog, 1847. Derselben hat L. eine Abhandlung vorangesetzt: „Ist’s der vernunftmäßige Vortrag der christlichen Glaubenswahrheiten, welcher die Kirchen leer macht?“ welche Frage er natürlich entschieden verneint. Zu der von Greve und Schwartz herausgegebenen Norddeutschen Monatsschrift zur Förderung des freien Protestantismus, 1845–49, lieferte er viele Beiträge. Als der bekannte Jurist Dr. Falk ihn wegen seiner Behauptung, daß die rationalistische Lehre in Schleswig-Holstein gesetzlich gestattet sei, in dem Kirchen- und Schulbl. 1845, Nr. 50 angriff, erschien sein „Anti-Falk oder Gegenbemerkungen. Allen unbefangenen Freunden und Feinden des freien Protestantismus gewidmet“, 1846, in 2 Auflagen. Seine letzte litterarische Arbeit war eine Abhandlung: „Die Theologie der apostolischen Väter“, in Studien und Kritiken, 1854.

Vgl. Alberti, Schriftstellerlexikon s. v.