ADB:Laßgallner, Johann Karl Freiherr von

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Artikel „Laßgallner, Johann Karl Freiherr von“ von Adolf Schinzl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 792–793, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:La%C3%9Fgallner,_Johann_Karl_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 21. Juli 2019, 00:40 Uhr UTC)
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Laßgallner: Johann Karl Freiherr v. L., k. k. Feldmarschalllieutenant, geb. in Ungarn im J. 1714, † zu Oedenburg am 20. August 1798, trat 1732 in die kaiserliche Armee, machte im vierten Dragonerregimente, in welchem er bis zum Major vorrückte, den Türkenkrieg und die Feldzüge des österreichischen Erbfolgekrieges mit. Sein kühnes Verhalten bei Kollin (18. Juni 1757) wurde durch die Ernennung zum aggregirten Oberst im Kürassierregimente Buccow gelohnt. – Nach der Schlacht bei Leuthen (5. December 1757) fand L. erneut Gelegenheit sich rühmlich hervorzuthun, indem er starke Colonnen des preußischen Heeres, welche der retirirenden österreichischen Armee den Weg nach Landshut verlegen wollten, durch geschickte Manöver an ihrem Vorhaben verhinderte. Ein besonderes Schreiben des Feldmarschalls Karl von Lothringen anerkannte diese verdienstvolle Leistung Laßgallner’s, in Folge welcher er zum wirklichen Obersten im Kürassierregimente Anhalt-Zerbst befördert wurde. Mit diesem Regimente errang er bei Hochkirch (13. und 14. October 1758), bei Maxen (20. und 21. November 1759), bei Torgau (3. November 1760) die öffentliche Belobung seiner Tapferkeit, sowie jener seines Regiments. – Ganz besonders ehrenvoll gestaltete sich aber sein Wirken am 16. August 1762, als er nach dem versuchten Entsatze von Schweidnitz aus eigenem Antriebe die Deckung der retirirenden, stark [793] bedrängten Armee übernahm und die wiederholten feindlichen Angriffe so lange zurückschlug, bis er vollkommen umringt worden war. Jetzt zeigte L. seine unerschütterliche Geistesgegenwart und Entschlossenheit; er forderte sein Regiment zum Durchbrechen des Gegners auf, stellte sich an die Spitze desselben und befreite dasselbe mit geringem Verluste aus einer sehr gefährlichen Lage. L. selbst wurde hierbei verwundet, stürzte mit dem Pferde und entging der Gefangenschaft nur dadurch, daß mehrere Leute seines Regiments herbeisprengten und ihren Commandanten aus Feindes Hand heraushieben. In Würdigung dieser Waffenthat sowie seiner früheren kriegerischen Leistungen ernannte das Ordenskapitel L. zum Ritter des Militär-Maria-Theresien-Ordens. – 1764 wurde L. zum Generalmajor, 1775 zum Feldmarschalllieutenant befördert; seine letzten Lebensjahre verlebte er im Ruhestande.

Wurzbach, Biograph. Lexikon etc., 14. Bd., Wien 1854. Hirtenfeld, Der Milit. Maria-Theresien-Orden etc., Wien 1857.