ADB:Lettersnyder, Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Lettersnyder, Heinrich“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 462, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lettersnyder,_Heinrich&oldid=- (Version vom 15. Juli 2019, 22:43 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Letteris, Max
Nächster>>>
Lettou, Johannes
Band 18 (1883), S. 462 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2015, suchen)
GND-Nummer 138835993
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|18|462|462|Lettersnyder, Heinrich|Jakob Franck|ADB:Lettersnyder, Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=138835993}}    

Lettersnyder: Heinrich L. (Hendrick die L.), Buchdrucker zu Delft und Antwerpen im 15. Jahrhundert. Weder das Geburt- noch Todesjahr, noch auch der äußere Lebensgang dieses Druckers, dessen niederdeutscher Name dem der oberdeutschen Jheronimus Formschneider zu Nürnberg (1534–37: Goedeke, Gr., I. 124. Thesaur. libell. 103) und Wolfgang Formschneider, gleichfalls zu Nürnberg um dieselbe Zeit (Goedeke, I. 346) entspricht, sind überliefert. Da er sich in seinen Erzeugnissen auch als Heinrich von Rotterdam bezeichnet, so war wol diese Stadt seine Heimath und ebenso scheint er als „Henric van Rotterdamme Littersnyder“ mit der Kunst des Formschneidens sich beschäftigt zu haben. In Delft veröffentlichte er zwischen den J. 1480 und 1490 ein Werkchen in Octav unter dem Titel: „Dit zyn commendacien die men voor den siecken leest“, am Ende: „Gheprent in Delff in Hollant bi die Nieu Kerc bi mi Henric Lettersnyder“. Nach du Puy de Montbrun, Recherches, p. 62, werden die Matrizen, welche zum Gusse der Buchstaben dienten, mit denen dieses Buch gedruckt wurde, noch heute in der Sammlung von Enschedé zu Harlem aufbewahrt. Uebrigens verließ L., dem Beispiele seines Delfter Zunftgenossen Eckert van Homburch (Bd. V, S. 614) folgend, bald darauf diese Stadt und siedelte nach Antwerpen über, wo gegen den Schluß des Jahrhunderts vier zum Theil undatirte Drucke aus seiner Officin hervorgingen. Diese sind: zwei holländische Gedichte des Jakob van Maerlant „Tboeck van den Houte“ o. J. 8° und „Wapene Martyn“, 1496, 8°, ferner: „Boecxken van den vyfthien bittere tekenen“, o. J. 4° mit Holzschnitten und „Die gulden letanie van den leven ende passie … Ihesu Xpi“ o. O., J. und Drucker, aber hergestellt mit den Charakteren, welche zum Drucke der vorigen Werke gedient hatten. Seine Officin „Hantwerpen“ befand sich 1496 „in die Camerstraet, naest den gulden eenhorn“, demnach in nächster Nähe des durch den Drucker Eckert van Homburch besessenen Hauses. Ueber einen anderen Antwerpener Drucker Jan L.“ (auch de L.), der um das J. 1524 seine Officin „by die Wilde Zee“ hatte, vgl. Bibliophile belge, 1875, 262–63 und 1876, 214–15 und einen „Ameet Tavernier Lettersteke“, ebendaselbst um 1565, Bulletin du Bibliophile belge, 1850, 257.

Van d. Meersch, Recherches, I. 132-133. Van Wyn, Historische en letterkundige Avondstonden, I. 297. Catal. de J. Koning, II. 13. 16. Le Bibliophile belge, 1866, 215.