ADB:Müller, Johann Michael

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Artikel „Müller, Johann Michael“ von Arnold Niggli in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 620–621, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:M%C3%BCller,_Johann_Michael&oldid=- (Version vom 2. März 2024, 12:27 Uhr UTC)
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Müller: Johann Michael M., vorzüglicher Violinist, wurde den 8. August 1772 zu Schwetzingen geboren. Da schon der Knabe bedeutende musikalische Anlagen verrieth, sandte ihn der Herzog Karl von Zweibrücken, Bruder Maximilians I. von Baiern, nach Paris, damit er daselbst eine tüchtige Fachbildung erhalte und namentlich auf seinem Lieblingsinstrument, der Geige, sorgsam unterrichtet werde. Kaum 14 Jahre alt, trat er in das Pariser Conservatorium ein, als dessen Schüler er sich eine virtuose Fertigkeit im Violinspiel aneignete und wiederholt Preise, einmal sogar den ersten, davontrug. Nach dreijährigen Studien begab sich M. in die Schweiz, wo er zu Bern die Direction der Concerte übernahm. Bald darauf führte ihn ein Ruf als Musikdirector nach Bayreuth, das er indeß gleichfalls wieder verließ, um die Carrière eines reisenden Virtuosen einzuschlagen. Mit großem Erfolg concertirend, durchzog er nun mehrere Jahre lang Deutschland, einen Theil von Ungarn und die Schweiz. [621] 1802 fesselte ihn ein Engagement als erster Concertgeiger an Frankfurt am Main, wo er nach Cannabich’s Tod[WS 1] auch die Leitung der Oper übernahm und sich 1804 mit der trefflichen Sängerin Marie Elise Thau aus Karlsruhe, vermählte. Noch im letzgenannten Jahr siedelte er als Concertmeister nach Weimar, 1806 in gleicher Qualität nach Breslau über. Er besorgte hier nach Karl Maria von Weber’s Abgang und Janitzek’s[WS 2] Tod gleichfalls eine Zeit lang die Direction der Oper, begab sich indeß neuerdings auf Kunstreisen. Eine Empfehlung des Herzogs Eugen von Württemberg[WS 3] hatte seine Anstellung als Concertgeiger und 2. Orchesterdirector in Stuttgart zur Folge, wo er sich endlich dauernd niederließ. Einen Zeitraum von 3 Jahren ausgenommen, während dem er als Vorgeiger in der Capelle des Fürsten Esterhazy zu Wien functionirte, hat er die württembergische Hauptstadt bis zu seinem Tode am 13. December 1835 nicht wieder dauernd verlassen. Wie seine Gattin als Sängerin sich großer Popularität erfreute, ward M. als ausgezeichneter Violinvirtuose, vielseitiger Musiker, umsichtiger und gründlicher Lehrer, edler und liebenswürdiger Mensch gleich hoch geschätzt.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. nach Cannabichs Weggang nach München; Karl Cannabich starb erst 1806
  2. Johann Janitzek, (* 1768 in Koschentin, Kr. Lublinitz, † 8. April 1806 in Breslau), Konzertmeister in Breslau
  3. siehe Wikipedia Eugen von Württemberg (1758–1822)