ADB:Mack, Martin Josef

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mack, Martin Joseph“ von Friedrich Lauchert in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 52 (1906), S. 148–150, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mack,_Martin_Josef&oldid=- (Version vom 20. Mai 2019, 11:07 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Macher, Matthias
Band 52 (1906), S. 148–150 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Martin Joseph Mack in der Wikipedia
GND-Nummer 116644214
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|52|148|150|Mack, Martin Joseph|Friedrich Lauchert|ADB:Mack, Martin Josef}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116644214}}    

Mack: Martin Joseph M., katholischer Theologe, geboren am 19. Februar 1805 zu Mergentheim (Burg Neuhaus), † am 24. September 1885. Er studirte Theologie in Tübingen und wurde am 17. September 1828 zum Priester geweiht. Dr. theol. Herbst 1829, wurde er Repetent am Wilhelmsstift [149] (kath.-theol. Convict) in Tübingen, Herbst 1831 Privatdocent an der kath.-theol. Facultät daselbst, Hülfslehrer für neutestamentliche Exegese an Stelle des verstorbenen Professors Feilmoser, 1832 außerordentlicher Professor der neutestamentlichen Exegese, Herbst 1835 ordentlicher Professor. Im Studienjahre 1839–40 war er Rector der Universität. Während dieses Jahres wurde er wegen seiner Schrift: „Ueber die Einsegnung der gemischten Ehen. Ein theologisches Votum“ (Tübingen 1840; im December 1839 erschienen), die gegenüber der in Württemberg von Seiten des Staates vorgeschriebenen unbedingten Einsegnung in ruhiger und maaßvoller Weise den kirchlichen Standpunkt zum Ausdruck brachte, von der Regierung unter dem 13. Februar 1840 seines Lehramtes entsetzt, unter Vorbehalt des Titels und Ranges eines ordentlichen Professors an der Universität, und auf die Pfarrei Ziegelbach (Oberamt Waldsee) versetzt; die Schrift wurde von der württembergischen Censurbehörde verboten. Zu seiner Rechtfertigung vor der Oeffentlichkeit stellte M. das Material über den Fall zusammen in dem Buche: „Catholica. Mittheilungen aus der Geschichte der katholischen Kirche in Württemberg“ (1. Lieferung [eine Fortsetzung ist nicht erschienen], Augsburg 1841; enthält u. A. die in der Theol. Quartalschrift 1839 erschienene Abhandlung „Katholische Zustände“, die Schrift über die Einsegnung der gemischten Ehen, die durch dieselbe veranlaßte Correspondenz mit dem Kanzler der Universität Tübingen und mit der Censurbehörde, endlich eine in den „Freimüthigen Blättern“ von Pflanz, dem Organ der damaligen Aufklärer unter dem württembergischen Clerus, 1840 erschienene, verunglimpfende Besprechung der Schrift Mack’s mit dessen Antworten). Von Seiten eines nicht genannten Juristen erschien über den großes Aufsehen erregenden Fall zu Gunsten Mack’s ein „Memorandum über die Entfernung des Professors Dr. Mack von seinem katholisch-theologischen Lehramte an der k. württembergischen Universität Tübingen, von der rechtlichen Seite betrachtet. Ein Beitrag zur Erläuterung des württembergischen Kirchenrechts“ (Schaffhausen 1840). M. veröffentlichte weiter noch die Broschüre: „Zur Abwehr und zur Verständigung“ (Schaffhausen 1842). Als es sich 1842–43 um die Ergänzung der Bonner theologischen Facultät handelte, war M. neben Hefele unter denen, die von dem Coadjutor v. Geissel ernstlich ins Auge gefaßt und der Regierung für die Berufung in Vorschlag gebracht wurden; beide wurden aber vom Ministerium als mißliebig abgelehnt (vgl. Pfülf, Card. v. Geissel, Bd. I, Freiburg 1895, S. 219 f., 228 ff., 364). Seit 1845 war M. bis 1868 wiederholt Mitglied der Kammer der Abgeordneten, als Abgeordneter für Riedlingen. Im Anschluß an eine Rede, in der er in dieser Eigenschaft am 29. April 1845 in der Kammer die Beschwerden des katholischen Theiles der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht hatte, veröffentlichte er zu weiterer Begründung die Schrift: „Die katholische Kirchenfrage in Württemberg. Mit Rücksicht auf die 35. Sitzung der Kammer der Abgeordneten“ (Schaffhausen 1845). Von 1867 bis 1876 war er auch Decan des Decanates Waldsee.

M. war ein gelehrter und scharfsinniger Exeget, der in den Jahren seiner akademischen Wirksamkeit neben seinem alttestamentlichen Collegen Welte die Exegese in einer der sonstigen Bedeutung der Tübinger Facultät würdigen Weise vertrat. Sein exegetisches Hauptwerk ist der „Commentar über die Pastoralbriefe des Apostels Paulus“ (Tübingen 1836; 2. Aufl. 1841). Als Universitätsprogramm erschien die Schrift: „Ueber die ursprünglichen Leser des Hebräerbriefes“ (Tübingen 1836; wieder abgedruckt in der Theol. Quartalschrift 1838, S. 385–428). Sein „Bericht über des Herrn Dr. Strauß kritische Bearbeitung des Lebens Jesu“ (1. u. 2. Hälfte, Tübingen 1837; [150] zuerst in der Theol. Quartalschrift 1837, S. 35–91, 259–325, 425–505, 633–686) gehört zu den bedeutendsten Gegenschriften gegen Strauß. In der Theol. Quartalschrift erschienen bis 1840 außer den schon erwähnten neben einer Reihe von theilweise sehr umfangreichen Recensionen die Abhandlungen: „Ueber ἐφ’ ᾧ bei Röm. 5, 12“ (1834, S. 397–444); „Ueber Joh. 6, 22–59, und das Verhältniß dieser Stelle zum heiligen Abendmahle“ (1832, S. 52–87); „Biblische Aphorismen über die Lebenskraft der irdischen Geschöpfe überhaupt und des Menschen insbesondere“ (1833, S. 458–495); „Ueber das Elend, die Sehnsucht und die Hoffnung der Creatur. Erklärung der Stelle im Briefe Pauli an die Römer Cap. VIII, V. 16–25“ (1833, S. 601–638); „Gedanken über die Begebenheiten des ersten christlichen Pfingstfestes, Apg. 2“ (1835, S. 73–95); „Ueber Gal. 3, 20“ (1835, S. 453–492); „Die messianischen Erwartungen und Ansichten der Zeitgenossen Jesu“ (1836, S. 3–56, 193–226); „Die späteren Schicksale Johannes des Täufers. Eine biblische Skizze“ (1838, S. 256–300); „Praktische Erklärung der evangelischen Perikope auf den ersten Sonntag in der Fasten. Matth. 4, 1–11“ (1839, S. 195–224). Seine als Pfarrer in den ersten Jahren gehaltenen Predigten auf alle Sonn- und Festtage des Kirchenjahres veröffentlichte M. unter dem Titel: „Haus-Postille für Katholiken“ (2 Theile, Tübingen 1847). Als kleinere Arbeiten aus der Zeit nach der Entfernung von Tübingen sind noch zu nennen: „Zur Katechismusfrage. Eine Stimme aus der Diöcese Rottenburg über den Hirscher’schen Katechismus“ (Zeitschrift für Theologie [Freiburg], 9. Bd. 1843, S. 448–458); „Dr. Johann Baptist Hirscher“ (Theol. Quartalschrift 1866, S. 298–312); „Glauben und Forschen. Eine biblische Skizze nach Koloss. 1, 13–20“ (Theol. Quartalschrift 1867, S. 41–50). Für Aschbach’s Kirchenlexikon schrieb M. den Artikel: „Johannes, Evangelist“ (Bd. III, 1850, S. 536–550), für die beiden ersten Bände der 1. Auflage des Kirchenlexikons von Wetzer und Welte eine Anzahl von kleineren Artikeln aus der Moraltheologie.

Neher, Personal-Catalog der Geistlichen des Bisthums Rottenburg, 3. Aufl. (Schw.-Gmünd 1894), S. 28 f.