ADB:Mander, Karel van (Maler)

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Artikel „Mander, Karel van, jun.“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 175–176, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mander,_Karel_van_(Maler)&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 03:27 Uhr UTC)
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Mander: Karel van M. jun., Maler, Sohn des Vorigen, geb. zu Kortryk um 1579, war 1665 noch am Leben; da diese Jahreszahl die letzte auf seinen Bildern ist, wird er bald darauf gestorben sein. Er war ein Schüler seines Vaters, als dieser in Haarlem die Akademie gestiftet hatte. Ob er auch Italien besucht hatte, wie Nagler sagt, ist nicht zu beweisen. Dagegen ist erwiesen, daß er in Delft als Zeichner in der berühmten Tapetenfabrik des Franz Spiering angestellt war. Dieser Fabrikant wurde im J. 1613 vom König Christian IV. von Dänemark nach Kopenhagen berufen, um Tapeten für das königliche Schloß herzustellen. Der König scheint aber mit demselben nicht zufrieden gewesen zu sein, denn am 13. September 1614 kehrte Spiering in sein Vaterland zurück. Darauf wurde M. berufen und dieser scheint sich die volle Gunst des Königs erworben zu haben, da er zum Hofmaler ernannt wurde. Als solcher malte er fleißig Bildnisse und Historien, die in den königlichen Schlössern aufgestellt wurden, da die Bildnisse die Mitglieder der königlichen Familie darstellten. Dann fertigte er die Zeichnungen zu 26 Tapeten, welche den Saal des königlichen Schlosses zieren sollten. Man sah darauf Ansichten dänischer Landschaften und Städte, wie auch historische Begebenheiten. Genannt wird außerdem: „Ein Soldat auf der Wacht mit des Königs Spruch: Regnum firmat pietas. Carel van Mander fecit 1620“. Der Schottländer John Thoms Rings führte nach den Entwürfen van Mander’s die Tapeten aus. Mehrere Gemälde des Meisters sind auch gestochen, namentlich von A. Haelwegh, dem wir mehrere Porträts nach Mander verdanken. Derselbe Stecher hat uns auch eine Composition [176] des Meisters in einer trefflichen Radirung erhalten, die den Raub des Ganymedes zum Gegenstande hat. Der Künstler hatte hier offenbar das Gemälde mit demselben Gegenstande von Rembrandt (jetzt in Dresden) vor sich, da er dieselbe Pointe zum Ausdruck brachte. M. hat auch Zeichnungen zu einem großen anatomischen Werke gemacht, welche ebenfalls Haelwegh auf die Kupferplatte brachte. Sie erschienen unter dem Titel „Icones plerumque partium tam internarum quam exterarum humani corporis etc.“ Hafn. 1662.

Vgl. Kramm.