ADB:Meidinger, Johann Valentin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Meidinger, Johann Valentin“ von Wilhelm Stricker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 189, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Meidinger,_Johann_Valentin&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 15:14 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Meichelbeck, Karl
Band 21 (1885), S. 189 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Valentin Meidinger in der Wikipedia
GND-Nummer 117003492
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|21|189|189|Meidinger, Johann Valentin|Wilhelm Stricker|ADB:Meidinger, Johann Valentin}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117003492}}    

Meidinger: Johann Valentin M., geb. zu Frankfurt a. M. am 1. Mai 1756. † daselbst am 17. December 1822, französischer Lehrer in seiner Vaterstadt. 1783 erschien zum ersten Mal seine französische Grammatik; er gab sie auf eigene Kosten heraus, da kein Verleger das Unternehmen wagen wollte. Sie fand solchen Beifall, daß von 1783–1857 37 Auflagen erschienen sind, mit etwa ¼ Million Exemplare, Reutlinger, Schaffhauser und Wiener Nachdrucke nicht gerechnet. Von dieser ausgedehnten Verbreitung rührt die sprichwörtliche Redensart: „Meidinger“ für die allbekannte Anekdote her; was nämlich in den Übersetzungsbeispielen der Meidinger’schen Grammatik stand, wurde als bekannt vorausgesetzt. Auch eine kleinere Grammatik („erster Unterricht“, zuerst 1794 und eine Grammatik der deutschen Sprache für Franzosen (zuerst 1793) fanden große Verbreitung, die erste in 26, die zweite in 16 Auflagen. Eine italienische Grammatik erlebte von 1793–1835 sechs Auflagen. Im Ganzen kann man den Absatz seiner sämmtlichen Grammatiken und Wörterbücher bis 1860 auf eine halbe Million Exemplare veranschlagen.

Sein ältester Sohn, Johann Heinrich M. geb. am 13. Novbr. 1792, † am 21. Mai 1867 zu Frankfurt a. M., Kaufmann, nach längerem Aufenthalt in Frankreich (1813–1815) und England (1815–1817, 1820 ff.) in seine Vaterstadt zurückgekehrt, widmete seine freie Zeit dem Studium der Geographie und Statistik, als dessen Frucht zahlreiche Werke erschienen. Besondere Erwähnung verdienen davon: „Briefe von einer Reise durch England, Schottland und Irland im J. 1820“. Stuttgart 1821. – „Reisen durch Großbritannien und Irland.“ 2 Bände. Frankfurt a. M. 1828. – „Frankfurts gemeinnützige Anstalten.“ 2 Bände. Frankfurt a. M. 1845 und 1856.