ADB:Meister, Simon

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Artikel „Meister, Simon“ von Johann Jakob Merlo in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 263–264, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Meister,_Simon&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 18:14 Uhr UTC)
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Meister: Simon M., Maler, geb. 1803 zu Koblenz, † am 29. Februar des Schaltjahres 1844 zu Köln. Ehe er noch einigen Unterricht empfangen hatte, offenbarte sich sein Kunsttalent durch vielversprechende Reiterbildnisse und Schlachtenbilder, so daß patriotische Kunstfreunde ihm die Mittel verschafften Paris zu besuchen, wo er unter Horace Vernet’s Leitung seine Studien fortsetzte und sich zu einem würdigen Schüler dieses großen französischen Malers ausbildete. Bald nach seiner Rückkehr ins Vaterland, um 1833, ließ er sich in Köln nieder, wo sein Pinsel in unausgesetzter Thätigkeit zahlreiche Bildnisse, Schlachtenscenen [264] und Thierkämpfe schuf. Seine technische Fertigkeit und geniale Auffassungsgabe ging so weit, daß er in anderthalb Stunden das Bildniß des berühmten Tondichters Ludwig Spohr malte, das durch geistvoll-kecke Behandlung, durch lebendige Wärme und Frische des Colorits, sowie durch die erstaunliche Aehnlichkeit das größte Lob fand. Seiner feurigen Phantasie genügten zuletzt die Staffeleibilder nicht mehr. Der Drang nach kolossalem Umfange trieb ihn zur Ausführung eines großen Panorama’s, welches den Rheinübergang der Franzosen bei Neuwied (1797) darstellte. Unter Beihülfe seines Bruders Nicolaus M. vollendete er dasselbe 1841; es blieb bis 1844 in Köln aufgestellt und erfreute sich fortwährend der ungetheilten Bewunderung seiner vielen Besucher. Nicht weniger Beifall fanden zwei demnächst entstandene Dioramen: „Die Schlacht bei Kulm“ und „Die Ansicht der Burg Stolzenfels beim Sonnenuntergang“. Er hatte die Absicht, das große Panorama selbst nach Paris zu begleiten, als ihn ein plötzliches Tod hinwegraffte. M. war ein überaus biederer, lebensfroher Mann, unter den Künstlern in Köln ragte er als der erste hervor – dem Geiste wie dem Namen nach ein Meister. Durch Vernet’s Vermittlung war ihm eine sehr vortheilhafte Stellung in Rußland angeboten worden, die er ausschlug, weil er im fernen, kalten Norden nicht leben zu können glaubte, weil er den Rhein nicht verlassen mochte. Am schönen Rheine, bei den heiteren, freundlichen Menschen wollte er lieber sich abmühen, wie es das Loos der meisten deutschen Künstler ist, statt unter den Russen in Prunk und Ehren zu leben. Im Auftrage des damaligen Kronprinzen, nachherigen Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, malte er 1835 eine Begebenheit aus dem Leben des Kurfürsten Joachim Hector von Brandenburg, wie dieser Fürst, vom Pferde gestürzt, von einem Knappen gegen die Angriffe der Türken vertheidigt wird. Das städtische Museum zu Köln besitzt zwei Bilder von ihm: „Das Reiterbildniß des Kronprinzen von Preußen, wie er 1834 in Begleitung zweier Generäle von einer in der Nähe von Köln abgehaltenen Parade zurückkehrt“ und einen „Löwenkampf“. J. C. Baum, P. Busch, F. Heister, J. B. Hützer, B. Weiß, D. Levy-Elkan und Franz Kellerhoven haben eine Anzahl Blätter nach seinen Gemälden lithographirt, letzterer das Eigenbildniß des Malers.

Merlo, Nachr. v. Köln. Künstl.