ADB:Nösselt, Friedrich

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Artikel „Nösselt, Friedrich“ von Franz Xaver von Wegele in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 24–25, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:N%C3%B6sselt,_Friedrich&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 02:13 Uhr UTC)
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Nösselt: Friedrich August N., Pädagog und Schriftsteller. Geboren am 18. Mai 1781 als Sohn des Professors der Theologie Johann August N. zu Halle, widmete sich N. dem Wunsche seines Vaters gemäß zunächst dem Studium der Theologie, ohne jedoch die Beschäftigung mit der Geschichte, für welche ihn eine besondere Vorliebe beseelte, zu vernachlässigen. Im Herbste 1804 vollendete er seine akademischen Studien (zu Halle) und wurde Collaborator am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Berlin, da er sich zur pädagogischen Laufbahn in erster Linie berufen fühlte. Die Stellung in Berlin vertauschte er 1806 mit dem Amte eines Conrectors und Schloßpredigers zu Küstrin, gab diese jedoch im J. 1809 auf und siedelte nach Breslau über, wo sich ihm bald eine Wirksamkeit öffnete, wie sie so recht seinen tiefsten Neigungen entsprach. Er wurde zuerst Lehrer an der Wilhelmsschule daselbst und im J. 1812 zum Lehrer der Geschichte am Magdalenen-Gymnasium befördert und fing gleich darauf an, [25] als Schriftsteller[WS 1] vornehmlich auf dem Gebiete der Geschichte aufzutreten. Diese seine Schriftstellerei, die im Verlaufe der Zeit ziemlich große Dimensionen annahm, hängt aber mit einer charakteristischen Erweiterung seiner pädagogischen Thätigkeit auf das engste zusammen. N. hatte wol einmal daran gedacht, sich eine Geschichtsprofessur an einer Universität zu verdienen und zum Zwecke der Habilitation eine Abhandlung über „Karl den Kühnen“ ausgearbeitet. Von diesem Plane ging er indeß ebenso schnell wieder ab und blieb der pädagogischen Wirksamkeit treu, die er, einem notorischen Bedürfnisse entgegenkommend, auf den Unterricht und die Erziehung der weiblichen Jugend ausdehnte. Auf diesem Felde hat er sich denn auch sein bleibendes, und nicht geringes Verdienst erworben. Schon im J. 1809, gleich nach seiner Niederlassung in Breslau, hatte er eine Töchterschule gegründet, die, Dank seinem ungewöhnlichen pädagogischen Takte, mit den Jahren einen wachsenden und nachhaltigen Aufschwung nahm. Mit derselben verband er seit dem Jahre 1836 ein Seminar für künftige Erzieherinnen, das von bescheidenen Anfängen aus, sich ebenfalls in der glücklichsten und fruchtbarsten Weise entwickelte. Diese Unternehmungen Nösselt’s wurden in anderen Städten nachgeahmt und Anerkennungen der unzweideutigsten Art haben sein zeitgemäßes Wirken, das von keinen gewinnsüchtigen Absichten getrübt wurde, verdienter Maßen gelohnt. Er ist am 11. April 1850 gestorben. Die zahlreichen Schriften Nösselt’s verfolgen fast alle einen mehr praktischen und pädagogischen Zweck und behandeln in ihrer Mehrzahl Geschichte, Geographie und die deutsche Litteratur. Sie haben, als Lehrbücher, eine weite Verbreitung gefunden, und erfreuten sich in den Kreisen, für die sie bestimmt waren, nicht mit Unrecht lange Zeit einer unverkennbaren Beliebtheit; sein „Lehrbuch der Weltgeschichte für Töchterschulen“ in 4 Bänden ist in das Französische und Holländische übersetzt worden. Eine einzige der historischen Schriften Nösselt’s, „Die Geschichte des Krieges von 1813 und 1814“, hatte mehr ein allgemeineres Ziel im Auge, und war mit Karten und Schlachtenplänen ausgestattet, die er, von Jugend auf in der Kunst des Zeichnens wol geübt, selbst angefertigt hatte.

S. Neuer Nekrolog der Deutschen. 24. Jahrgang (1850) I. Thl. S. 241–244. Hier sind auch die verschiedenen Schriften Nösselt’s aufgeführt.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Schriftster