ADB:Nachtigal, Johann Konrad Christoph

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Artikel „Nachtigal, Johann Konrad Christoph“ von Arthur Richter in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 199–200, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nachtigal,_Johann_Konrad_Christoph&oldid=2502798 (Version vom 19. Oktober 2017, 05:32 Uhr UTC)
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Nachtigal: Johann Konrad Christoph N., verdienter Schulmann, Orientalist und Geistlicher. geb. am 25. Februar 1753 zu Halberstadt als Sohn eines Predigers an der dortigen Paulskirche, † am 21. Juni 1819, verdankte seine Schulbildung dem Halberstädter Stephaneum, namentlich dessen hervorragendem Rector Struensee. Er wurde zu Halle durch theologische, philosophische, philologische und naturwissenschaftliche Studien gebildet und 1773 durch Struensee’s Vermittlung zum Lehrer des Stephaneums berufen. Seine Wirksamkeit war [200] hier eine so durchgreifende, daß er, als Struensee’s Kräfte abnahmen, ihm als Adjunct zur Seite gesetzt und als dessen Nachfolger designirt wurde. Bei Struensee’s Ableben war N. jedoch zu kränklich, um das Rectorat der weitläufigen Anstalt übernehmen zu können. Er überließ es Fischer (s. d.) und wirkte als Lehrer der Anstalt und als gelehrter Schriftsteller fort. Erst nach Fischer’s Tode wurde er zugleich Nachfolger von Fischer und Streithorst (s. d.); er wurde Consistorial- und Schulrath, Oberinspector der domcapitularischen Kirchen und Schulen, Ephorus und Director des Stephaneums. In dieser Stellung gelang es ihm diese unter Fischer’s Rectorat herabgekommene gelehrte Schule durch eine sehr sorgsame und energische Thätigkeit wieder zu heben. 1802 wurde er (letzter) Generalsuperintendent des Fürstenthums Halberstadt und der Grafschaft Hohnstein und Mansfeld, am 16. Mai 1808 ertheilte ihm die theologische Facultät der Universität Halle die theologische Doctorwürde. – N. war seit dem 6. Juni 1786 mit Sophie Katharina Braumann verheirathet. – Was Nachtigal’s schriftstellerische Thätigkeit betrifft, so werden am meisten seine in verschiedenen Zeitschriften zerstreuten Beiträge zur Einleitung in das Alte Testament, seine Uebersetzungen der Psalmen, Koheleth, Weisheit, Tobias, sowie seine exegetischen Beiträge zu zahlreichen Stellen des Alten Testamentes geschätzt. Im Uebrigen war er Mitarbeiter verschiedener Zeitschriften, wie der Deutschen Monatsschrift, von Henke’s Magazin, der Halberstädter gemeinnützigen Blätter; seine Beiträge gehören dem Gebiet der Alterthumswissenschaft, Geschichte und Pädagogik an. Auch schrieb er unter dem Pseudonym: Otmar z. B. über Volkssagen und Verwandtes.

Selbstbiographie herausgeg. von Hoche. Halberstadt 1820.