ADB:Struensee, Christian Gottfried

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Artikel „Struensee, Christian Gottfried“ von Arthur Richter in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 644–645, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Struensee,_Christian_Gottfried&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 16:07 Uhr UTC)
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Struensee: Christian Gottfried St., bedeutender Schulmann, geboren am 14. August 1717 zu Walchow bei Ruppin, † am 14. August 1782 zu Halberstadt, war ein Sohn des Predigers Michael Struensee und seiner Ehefrau Anna Katharina geborne Liezmann. St. hatte in seiner Jugend, da ihm der Vater bald starb, mit bitterer Armuth zu kämpfen; wohlthätige Gönner erhielten ihn, während er das Stephaneum zu Halberstadt besuchte, dessen Conrector J. H. Prielmeyer, ein Schüler A. H. Francke’s, ihn in nachhaltiger Weise wissenschaftlich anregte. 1737 bezog er die Universität Halle und führte hier unter großen Entbehrungen ein vierjähriges Studium durch, das in der Beschäftigung mit der Philosophie seinen Mittelpunkt hatte. St. gehörte zu den Männern des vorigen Jahrhunderts, in denen sich der Geist eines milden Pietismus mit seinen für die Pädagogik so wirksamen Impulsen und der Geist der neuaufstrebenden deutschen Philosophie auf das innigste verband. 1741–1747 wurde er Lehrer am Pädagogium des Klosters (am) Berge bei Magdeburg. Er stand hier unter Leitung des Abtes Steinmetz, dem er seine praktische Ausbildung als Lehrer zu verdanken hat. Im November 1747 wurde St. als Conrector an das Stephaneum nach Halberstadt berufen und wirkte zunächst 12 Jahre als Lehrer dieser Anstalt in segensreichster Weise. Seine Lehrthätigkeit umfaßte alle Sprachen und Wissenschaften, die an gelehrten Schulen damals getrieben wurden, doch legte er das Hauptgewicht auf die Beschäftigung mit den alten Sprachen. Nach dem Tode des Rectors Wurzler wurde St. 1759 Rector der Anstalt, die ihm die durchgreifendsten Reformen verdankte. Er führte an derselben für die Sprachen das Fachsystem ein, namentlich eröffnete er dem Griechischen und Deutschen einen größern Raum an seiner Anstalt. Er vermehrte die Zahl der Lehrer, Unterrichtsgegenstände und Unterrichtsstunden, hob die Disciplin der Anstalt und begründete ein Alumnat. Er erhob durch eine unermüdliche Thätigkeit, die ganz der Schule gewidmet war, und durch eine nach allen Beziehungen hin musterhafte Amtsführung als Rector die ihm untergebene Anstalt auf den Gipfel der Blüthe, die sie im vorigen Jahrhundert erreichte. Seine schriftstellerischen Arbeiten sind, Uebersetzungen aus dem A. T. abgerechnet, in Programmen zerstreut. Struensee’s Thätigkeit fehlte auch die Anerkennung nicht. 1768 wurde er Mitglied des Halberstädter Consistoriums, in dieser Stellung wurde ihm die Aufsicht über die Landschulen des Fürstenthums Halberstadt übertragen. 1777 wurde er Beisitzer der vom Domcapitel errichteten Kirchen- und Schuldeputation. [645] Zugleich hatte er die Aufsicht über das am 1. Juni 1778 errichtete Seminar zur Vorbildung von Landschullehrern zu führen, das ihm seine erste innere Organisation verdankte. Verheirathet war St. seit seinem 48. Lebensjahre mit Katharina verw. Hessel geborne Spilke und erzog zwei Stiefkinder, einen Sohn und eine Tochter.