ADB:Nahlowsky, Joseph Wilhelm

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Artikel „Nahlowsky, Joseph Wilhelm“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 242, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nahlowsky,_Joseph_Wilhelm&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 08:40 Uhr UTC)
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Nahlowsky: Joseph Wilhelm N.. geb. am 18. März 1812 in Prag, † am 15. Januar 1885 in Graz, besuchte die Unterrichtsanstalten seiner Vaterstadt und trat im J. 1831 in das dortige Priesterseminar ein, um dem Wunsch seiner Familie entsprechend sich dem geistlichen Stande zu widmen. Doch nach zwei Jahren wendete er sich von dieser Laufbahn ab und beschäftigte sich an der Universität von 1833 bis 1837 mit dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, in welchen er aber die für eine Berufswahl erforderliche Befriedigung nicht zu finden vermochte. Ein lebhafter innerer Trieb führte ihn zur Philosophie, mit deren eifrigem Studium er sich unter Exner’s Leitung acht Jahre hindurch beschäftigte; er errang auch den Erfolg, daß er (1845) an der Prager Universität zum Lehramtsadjuncten der Philosophie und hierauf (1848) zum Supplenten Exner’s (welcher als Ministerialrath nach Wien abging, s. A. D. B. VI, 447) ernannt wurde. Die Wirksamkeit, welche er als Lycealprofessor in Przemysl und bald hernach als Direktor des Obergymnasiums zu Czernowitz ausübte, war nicht von langer Dauer, indem er im J. 1852 die ordentliche Professur der Philosophie an der Universität Olmütz übernahm, bei deren Aufhebung (1855) er in gleicher Eigenschaft nach Pest versetzt wurde. Nachdem er durch die Verhältnisse, welche in Ungarn in Folge des Octoberdiploms (1860) eintraten, seine Stelle verloren hatte, lebte er einige Zeit in Böhmen in ländlicher Zurückgezogenheit, deren Frucht auch seine erste litterarische Arbeit war. Doch bereits 1862 wurde er als Ordinarius nach Graz berufen, wo er bis zum Jahre 1878 wirkte, in welchem er durch seine leidende Gesundheit genöthigt war, in den Ruhestand zu treten. – Durch Exner war N. in die Philosophie Herbart’s eingeführt worden, deren treuer Vertreter er stets blieb. In dieser Richtung bearbeitete er einen Zweig der Psychologie in der für ein größeres Publikum berechneten Schrift „Das Gefühlsleben, dargestellt aus praktischen Gesichtspunkten“ (1862. 2. Aufl. 1884), sowie er auch im Gebiete der Ethik die Herbart’schen Grundsätze mehrfach entwickelte: „Grundzüge zur Lehre von der Gesellschaft und dem Staate“ (1865), „Die ethischen Ideen als waltende Mächte im Einzeln- wie im Staatsleben“ (1865) und hauptsächlich „Allgemeine praktische Philosophie (Ethik) pragmatisch bearbeitet“ (1871. 2. Aufl. 1885). Hierzu kommen die kleineren Schriften: „Das Duell, sein Widersinn und seine moralische Verwerflichkeit“ (1864) und „Zwei Reden paränetischen Inhaltes“ (1866), sowie in der „Zeitschrift für exacte Philosophie“ außer mehreren Recensionen ein Aufsatz „Aesthetisch-kritische Streifzüge“ (1863), welcher eine beachtenswerthe Modification des formalistischen Princips der Aesthetik enthält.

Nachwort der Verlagshandlung (Veit & Co.) in der 2. Aufl. d. Allg. prakt. Phil.