ADB:Nicolovius, Alfred

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Artikel „Nicolovius, Alfred“ von Johann Friedrich von Schulte in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 52 (1906), S. 616–617, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nicolovius,_Alfred&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 08:50 Uhr UTC)
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Nicolovius: Alfred N., als Sohn des bekannten Georg Heinrich Ludwig Nicolovius (s. A. D. B. XXIII, 635) und Enkel von Goethe’s Schwester Schlosser [WS 1] zu Königsberg i. Pr. am 13. November 1806 geboren, † zu Bonn am 22. März 1890. Er legte die Vorstudien zurück auf dem Friedrich Werder’schen Gymnasium in Berlin, die juristischen in Berlin, Bonn und Göttingen, erwarb an letzterer Universität den juristischen Doctorgrad am 30. März 1831, habilitirte sich als Privatdocent der Rechte im J. 1832 zu Königsberg, wurde hier 1834 außerordentlicher Professor und im folgenden Jahre als solcher nach Bonn versetzt. Damit war seine Laufbahn abgeschlossen; er hat Kirchenrecht, Staats- und Völkerrecht, Lehnrecht, besonders regelmäßig bis 1865 preußisches Landrecht ohne jeden Erfolg gelesen, 1866 einen zweijährigen Urlaub erhalten, nach dessen Ablauf ohne jede Erneuerung des Urlaubs und ohne daß Facultät oder Minister sich rührten, nicht zu lesen fortgefahren. N. war ein Opfer des väterlichen Willens, der ihn zum Studium der Jurisprudenz getrieben hatte, wozu ihm alle Neigung fehlte. Er würde als Litterarhistoriker seine Aufgabe glänzend erfüllt haben, zum Juristen hatte er keine Anlage. N. war in seinem Aeußeren Goethe sehr ähnlich, ein geistreicher Mann, von kaustischem Humor, infolge des ihm widerwärtigen Berufes zu einem leeren Treiben gekommen, das in Stadtneuigkeiten, pikanten Erzählungen, Spazierengehen und Unterhaltungen mit aller Welt aufging. Als junger Mann war er ein Jahr bei Goethe gewesen, dessen Biographen ihm manche Notiz verdanken. Er hatte durch seine Beschäftigung mit Stolberg eine Neigung zum Katholicismus bekommen, soll sogar die Conversion beabsichtigt und nur durch den Einfluß der Verwandten nicht ausgeführt haben.

Schriften: „Ueber Goethe. Literarische und artistische Nachrichten“, 1. (einziger) Theil, Leipzig 1828, 440 S.; „De potestate ecclesiastica coercitiva et criminali“, Regiom. 1833; „Die bischöfliche Würde in Preußens evangelischer Kirche. Ein Beitrag zur Geschichte des evangelischen Kirchenrechts“, Königsberg 1834, 332 S.; „Denkschrift auf Georg Heinrich Ludwig Nicolovius“, Bonn 1841, 348 S.; „Johann Georg Schlossers Leben und literarisches Wirken“, Bonn 1844, 284 S.; „Friedrich Leopold Graf zu Stolberg“, Bonn 1846, 148 S.; „Lebensabriß von Ferdinand Delbrück“ (in der von ihm herausgegebenen zweiten Sammlung der Ergebnisse akademischer Forschungen [617] von Ferdinand Delbrück), Bonn 1848; „Der deutsche Heraldiker Ferdinand Bernd. Ein Lebensbild“, 1854.

Chronik der Rhein. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Bonn. Bonn 1890.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Cornelia Goethe (1750–1777), verheiratet mit Johann Georg Schlosser