ADB:Osten, Friedrich Wilhelm von der

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Artikel „Osten, Friedrich Wilhelm von der“ von Gottfried von Bülow, Karl Graf von Bismarck-Osten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 502, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Osten,_Friedrich_Wilhelm_von_der&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2019, 23:47 Uhr UTC)
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Osten: Friedrich Wilhelm v. d. O.[1], geb. am 24. Februar 1721, † am 27. Februar 1786 in Plathe in Hinterpommern als ältester Sohn des am 11. November 1736 in Halberstadt verstorbenen Kammerpräsidenten und Staatsministers Alexander Friedrich v. d. O. aus dessen zweiter Ehe mit Eva Katharina v. Barfuß. Er begann seine Laufbahn als Kammerherr und Regierungsrath in Halberstadt, wurde später zum Comthur der Johannitercommende Lietzen designirt und war Landrath und Director des Ostenschen Kreises in Hinterpommern. Nachdem er in den Besitz der Ostenschen Güter Plathe etc. gelangt war, legte er auf Schloß Plathe eine früher viel gerühmte und von Gelehrten besuchte Bibliothek, Handschriften- und Münzsammlung an, die Familienbesitz bleiben und der Forschung in pommerscher Geschichte dienen sollte. Obgleich vieles verloren ist, enthält die Bibliothek doch noch jetzt eine Menge werthvolles Material zur pommerschen Geschichte, so Abschriften von Klemtzens Pomerania, Schwalenberg’s Biographien pommerscher Fürsten, Schumacher’s Chronikon, des Lupold v. Wedel Reisebeschreibung ins heilige Land 1566, Herzog Philipp Julius von Pommern Reisen 1602, die einzig bekannte Abschrift von J. Bugenhagen’s Kirchenordnung für Wollin 1535, deren Original verloren ist, u. a. m. O. war großer Genealoge und sammelte eifrig Material zur pommerschen Adelsgeschichte, erwarb und vervollständigte auch das Manuscript von A. C. Vanselow’s Pommerschem Adelsspiegel, 14 Folianten. Von den werthvollen Bibliotheken, die in der Zeit des 16.–18. Jahrhunderts adliche Geschlechter Pommerns sich anlegten, dürfte die v. d. Osten’sche die einzige sein, die, wenn auch nur in Trümmern, bis auf unsere Zeit gekommen ist. Die Liebeherr’sche (Stifter war v. Liebeherr auf Woitfick, Ostens Schwager), die Löper’sche, die Borcke’sche Bibliothek sind theils in anderen Händen, theils zerstört. Veröffentlicht hat O. von seinen vielen Arbeiten nur wenig, so: „Kurze Nachrichten zur pommerschen Münzwissenschaft“, Greifswald 1782. Aus seiner Ehe mit Charlotte Henriette v. Liebeherr, † am 13. November 1791 im Alter von 57 Jahren, hatte O. acht Kinder, doch überlebte ihn nur ein Sohn August Wilhelm Heinrich v. d. O., geb. am 15. Juni 1760.

Vanselow, Geneal. Beschreibg. d. Geschl. v. d. Osten, 1738. – Joh. Bernouilli, Reisen durch Brandenburg, Pommern, Preußen etc., Bd. II, Leipzig 1776, S. 176. – Nachrichten aus der v. d. Osten’schen Bibl. und dem Kirchenbuch in Plathe.

[Zusätze und Berichtigungen][Bearbeiten]

  1. S. 502. Z. 18 v. o.: Der biographische Artikel über den Kammerherrn Friedrich Wilhelm von der Osten auf Plathe, Begründer der Bibliothek hierselbst, einen meiner directen Vorfahren, enthält so mannichfache Irrthümer, daß er dringend der Berichtigung bedarf. Ich entnehme diese der von F. W. v. d. Osten selbst geschriebenen Familiengeschichte, welche hier auf der Bibliothek vorhanden ist. Er wurde geboren am 23. Februar 1721 zu Stargard in Pommern und starb am 27. Februar 1786 auf Plathe. In Halberstadt war er nie. Seine Eltern sind ganz falsch angegeben. Vater war: Matthias Konrad, geboren 1691, Herr auf Pinnow, Plathe etc., † 1748 zu Berlin. Er war zuletzt Chefpräsident der Churmärkischen Kriegs- und Domainenkammer. Mutter war Clara Sophia, geb. v. Blücher, Tochter des Hofraths Matthias v. Blücher auf Plathe, durch welche der Sohn den Besitz Plathe erhielt. Sie starb gleich nach der Geburt dieses ihres einzigen Kindes 1721. Der Vater vermählte sich zum zweiten Male mit Helene Charlotte v. Eickstedt. Sein eigenes Leben beschreibt F. W. v. d. Osten folgendermaßen: „Er ging 1740 nach der Universität Frankfurt und war schon vorhero 1732 auf der Universität Königsberg ebenfalls immatriculieret; von Frankfurt ging er 1742 nach Leipzig und kam 1744 über Halle nach Hause. Er ward darauf 1745 Kgl. Preuß. Würckl. Cammerherr, allein wegen des Todesfalls seines Vaters quittierte er 1749 den Hoff und begab sich auf die Güter … Er heirathete 1752 Charlotte Henriette, des Matthias Heinrich v. Liebeherr auf Woitsick Tochter.“ Durch die berühmte Liebeherr’sche Sammlung angeregt, begann F. W. v. d. Osten seine theilweise noch vorhandenen Sammlungen zusammenzubringen. Zum Schluß des Aufsatzes ist noch unrichtig angegeben, daß ihn nur ein Sohn überlebte. Seine beiden überlebenden Söhne waren: August Wilhelm Heinrich, welcher ihm in Plathe folgte, geboren 1760, † 1834, und Karl Friedrich August, geboren 1761, † 1807. [Bd. 55, S. 890 f.]
    Graf v. Bismarck-Osten auf Schloß Plathe in Pommern.