ADB:Otterbein, Georg Gottfried

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Artikel „Otterbein, Georg Gottfried“ von Friedrich Wilhelm Cuno in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 564, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Otterbein,_Georg_Gottfried&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 16:17 Uhr UTC)
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Otterbein: Georg Gottfried O., hervorragend als reformirter Kanzelredner und asketischer Schriftsteller, geb. am 14. Januar 1731 als Sohn des Predigers Johann Daniel Otterbein zu Frohnhausen bei Dillenburg, † am 10. Septbr. 1800 zu Duisburg. Mit seinen übrigen 5 Brüdern studirte er die Theologie in Herborn. Von diesen wurde neben ihm am bekanntesten Philipp Wilhelm, Pastor zu Baltimore, den eine bedeutende methodische Kirchengemeinschaft Amerika’s, die United Brethren in Christ, als ihren Stifter ansieht. Nachdem O. 6 Jahre das Predigtamt an der evangelischen Gemeinde zu Keeken am Niederrhein geführt, folgte er 1762 einem Rufe nach Duisburg, wo er bis zu seinem Tode in einem höchst gesegneten Wirkungskreise stand. Gegen die damalige seichte Aufklärung in der Theologie kämpfte er muthig und geschickt in Wort und Schrift. Sein „Geist des wahren Christenthums“, Frankfurt und Leipzig 1792, ist eine vortreffliche Auslegung des 12. Capitels des Römerbriefes. Von seinen übrigen Schriften führen wir noch an: „Unterweisung in der christlichen Religion nach dem Heidelberger Katechismus mit einem zwiefachen Anhange eines kürzeren Unterrichts“, Frankfurt 1786. 2. Aufl. 1789, eine durchaus praktische Auslegung dieses köstlichen Lehr- und Bekenntnißbuches der reformirten Kirche; sowie seine „Predigten“ über diesen Katechismus, deren erster Theil 1800 zu Duisburg und zweiter nach seinem Tode 1803 zu Lemgo erschien. Letztere sollten ein Andachtsbuch für die Glieder der Gemeinden sein. Noch heute trifft man dieselben vielfach am Niederrhein. „Denen, schreibt O. in der Vorrede zum ersten Theil, welchen Bibel und Bibelwahrheit noch etwas werth ist, die nicht weiser sein wollen als die biblischen Schreiber, die biblische Erbauung lieben, unter welchem Vehikel sie sie auch erhalten, suche ich zu dienen. Verstand und Herz sollen dabei ihre Nahrung finden. Die Antwort auf die erste Frage: Was ist dein einiger Trost im Leben und im Sterben? – wie viel ist die nicht dem Christen werth? Wie vielen gab sie nicht Beruhigung und Muth? Wie vielen war sie nicht Trieb zu einem heiligen Leben? Welcher Redliche, der sie kennt, wird nicht fest daran halten? – Etwas dazu beizutragen, daß Jesus Christus, der Herr, erkannt und bekannt werde etc. ist die lautere Absicht des Verfassers“. Mit seinem „Lesebuch für deutsche Schulkinder“, welches 1784 zu Dessau und Leipzig erschien, stieß dagegen O., wie sehr günstig es auch von mehreren Zeitungen recensirt war, auf Widerstand seitens seiner neologischen Amtsbrüder. Es wurde dagegen auswärts gesucht und erlebte bereits 1785 eine zweite Auflage. Sein Leben und Wandel war, wie ein Nachruf bezeugt, exemplarisch, sein Ende erbaulich. Drury in dem unten angeführten Werke schreibt S. 33 von ihm: He was imbued with apostolic zeal, and was thoroughly convinced of the error of the spirit of his age.

Rev. A. W. Drury, A. M., The life of Rev. Phil. William Otterbein, fonder of the Church of the United Brethren in Christ. Dayton, Ohio 1884. – Fr. W. Cuno, Otterbein-Album in der Clevelander Reformirten Kirchenzeitung für 1883, Nr. 22 ff. – Meusel, Gelehrtes Deutschland, Bd. V. – Recklinghausen, Reformations-Gesch. der Länder Jülich, Berg, Cleve und Meurs, III, S. 136. – Goebel, Gesch. des christl. Lebens in der rhein.-westphäl. Kirche, III, S. 53 ff.