ADB:Pückert, Wilhelm

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Artikel „Pückert, Wilhelm“ von Bruno Stübel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 53 (1907), S. 141–142, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:P%C3%BCckert,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 03:51 Uhr UTC)
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Band 53 (1907), S. 141–142 (Quelle).
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Pückert: Wilhelm P., Geschichtsforscher, geboren am 2. Januar 1830 zu Leipzig, † ebendaselbst am 13. September 1897, studirte in Leipzig, Berlin und Jena, wo besonders Droysen auf seine Studien Einfluß ausübte, promovirte 1859 in Leipzig, habilitirte sich dort 1862 und wurde 1867 zum außerordentlichen Professor befördert. In demselben Jahre, in dem er promovirt hatte, trat er als Assistent in die Leipziger Universitätsbibliothek ein, der er ein Jahrzehnt, bis Weihnachten 1869, und zwar bald nach seinem Eintritte als Custos seine Kräfte widmete. Während dieser Zeit hat er sich um die Benutzer durch seine umfangreichen Kenntnisse sowie seine nie ermüdende Gefälligkeit und liebenswürdige Zuvorkommenheit außerordentlich verdient gemacht. Die litterarische Thätigkeit anbelangend, so ist zu bedauern, daß es P. nicht gegeben war, sein reiches Wissen auch für Andere entsprechend nutzbar zu machen und der Wissenschaft zu Gute kommen zu lassen. Er hat nur zwei größere historische Arbeiten veröffentlicht, von denen die eine sogar erst nach seinem Tode aus seinem Nachlasse ans Tageslicht getreten ist. Die erste gab er bereits 1858 heraus unter dem Titel: „Die kurfürstliche Neutralität während des Basler Konzils. Ein Beitrag zur deutschen Geschichte 1438–1448“, Leipzig 1858. Später hat er dann seine Aufmerksamkeit [142] ausschließlich der mittelalterlichen Kloster- und Ordensgeschichte zugewandt und in deren Erforschung umfassende Studien gemacht. Als Frucht dieser Studien ist nun die zweite Arbeit zu betrachten, behandelnd: „Anione und Gellone. Diplomatisch-kritische Untersuchungen zur Geschichte der Reformen des Benediktinerordens im IX. und X. Jahrhundert“, Leipzig 1899. Eine kürzere verdienstvolle Abhandlung über die kleine Lorscher Frankenchronik hat er in den Sitzungsberichten der königl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften, Leipzig 1864, herausgegeben. Auch mit sächsischer Münzgeschichte hat sich P. beschäftigt, und seine in dieses Gebiet fallende Arbeit „Das Münzwesen Sachsens 1518–1545“, Leipzig 1852, ist ein werthvoller Beitrag zur Erforschung dieser für Sachsen numismatisch wichtigen Zeit.

Benutzt ist zum Theil der Nekrolog Pückert’s, den G. Seeliger im Biogr. Jahrbuch und Deutscher Nekrolog, herausgegeben von Anton Bettelheim, Bd. 2, Berlin 1898, veröffentlicht hat.