ADB:Perger, Sigmund Ferdinand von

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Artikel „Perger, Sigmund Ferdinand von“ von Albert Ilg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 375–376, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Perger,_Sigmund_Ferdinand_von&oldid=- (Version vom 28. November 2022, 21:55 Uhr UTC)
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Perger: Sigmund Ferdinand v. P., Maler, Zeichner und Kupferstecher, geb. zu Wien am 17. August 1778, wo er 1841 starb. Den frühsten Unterricht erteilte ihm sein Vater, welcher selbst im Zeichnen Dilettant war, dann besuchte er die Akademie. Im J. 1798 fand der junge Mann eine Anstellung als Zeichner in der kaiserlichen Porzellanfabrik, in der er elf Jahre thätig war. Viele figurale Decorationen für die Gefässe wurden nach seinen Entwürfen ausgeführt. Obwol man ihm sehr günstige weitere Offerten machte, entschloß sich der Künstler 1810 doch zum Verzichte, trat eine Studienreise nach Italien an und begann nach seiner Heimkunft eine emsige Thätigkeit als Historienmaler, Zeichner und Kupferstecher. Einige Pferdebilder, die er im Auftrage des kaiserlichen Oberststallmeisteramtes vollendet hatte, verschafften ihm 1817 die Ernennung zum kaiserlichen Hofthiermaler. Mit dem Verleger C. Haas begann er 1821 das große Werk: „K. K. Bildergalerie im Belvedere zu Wien“, 4 Bde mit 240 von Passini, Kovatsch, Blaschke, Krepp, Axmann ausgeführten Stichen, wozu P. die Originale en miniature copirt hatte. Das Werk lag 1833 vollendet vor. Im J. 1825 erhielt er die Stelle eines zweiten Custos an der kaiserlichen Gemäldesammlung. – Perger’s Arbeiten sind sehr zahlreich. Zu den besseren gehören die Oelgemälde: Eukles verkündet den Sieg bei Marathon. [376] (Gest. in Aquatinta.) – Homeros bei den Athenern, 1834. – Das große Pferderennen bei Kopcsán, 1816. – Ein Hohenauer Schiffsknecht an der Donau, 1831 (kaiserliche Galerie). – Der Raub des Ganymedes. – Die heilige Cäcilia, Miniatur nach Scheffer v. Leonartshoff. – Porträte Radetzky’s, des Malers selbst. – Kaiser Rudolf I. beim Krönungsmahle, 1835. – Markgraf Leopold IV. schlägt die Kaiserkrone aus. – Wilhelm von Albonack und seine Töchter. Außerdem malte er sehr viele Thierstücke: Pferd von einem Tiger verfolgt. – Ein Pferdestall, 1830. – Kämpfende Pferde, 1820. – Eine Jagd auf Hasen etc. In Aquatinta gab er die Darstellungen zu der Publication: „Scenen aus der Vaterlandsgeschichte“, Wien 1813, heraus. – Thierstudien, Rad. 1813. – Die Albertina besitzt von ihm eine Suite getuschte Federzeichnungen zur Iliade. Ein anderes schönes Aquarell, Zillerthaler Bauern, im Privatbesitz. – Selbst radirt und gestochen sind von P. die Blätter: Romulus und Remus mit der Wölfin. – Porträt des Kaisers Franz I. u. A.

Anton v. P., des Vorigen Sohn, geb. in Wien am 20. December 1809, starb daselbst am 14. April 1876, war gleichfalls, namentlich in seiner früheren Zeit, als Maler und Zeichner thätig. Eigentlich war er in allen Sätteln gerecht, wenn seine Begabung ihn auch gerade zu nichts Ausgezeichnetem befähigte. So wurde er später (1845) Professor der Anatomie an der Akademie, dann seit 1853 Custos der Kupferstichsammlung an der Hofbibliothek, gab verschiedene Bücher populär belehrenden Charakters heraus (darunter die deutschen „Pflanzensagen“ 1862), schrieb antiquarische Abhandlungen, ferner das mit vielen Stahlstichen ausgestattete Werk: „Die Kunstschätze Wiens“, Triest 1854, „Der Dom zu St. Stephan“ (ebd.) etc. Von seinen künstlerischen Leistungen sind hervorzuheben: Kaiser Joseph II. im Schloß Laxenburg. – Die Speisung der Fünftausend (kaiserliche Galerie). – Starhemberg und Bischof Kollonitz auf dem Stefansthurm (gest. von L. Beyer). – Der Behagliche. – In Aquarell und Zeichnung hat P. vieles hinterlassen, so eine Reihe Wiener Volksfiguren, die Eröffnung der Gewerbeausstellung 1845 (städt. Bibliothek).