ADB:Rüdiger, Johann Christian Christoph

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Artikel „Rüdiger, Johann Christian Christoph“ von August Leskien in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 468, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:R%C3%BCdiger,_Johann_Christian_Christoph&oldid=- (Version vom 19. Juni 2019, 09:27 Uhr UTC)
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Rüdiger: Johann Christian Christoph R., geboren zu Burg im Magdeburgischen am 9. Mai 1751, † am 21. October 1822, königl. preußischer Kammer- und Thalsecretär (Assessor des Salzamtes) in Halle, hatte dort längere Zeit cameralistische Vorlesungen gehalten, wurde außerordentlicher und 1791 ordentlicher Professor an der dortigen Universität. Seine schriftstellerische Thätigkeit erstreckt sich auf Cameralwissenschaften und Sprachenkunde; zu ersterem Gebiet gehören u. a. „Ueber die systematische Theorie der Kameralwissenschaften“ (Halle 1777); „Grundriß des wahren Physiokratismus und Preußischen Kameralwesens“ (Halle 1781). Als Linguist versuchte R. im „Grundriß einer Geschichte der menschlichen Sprache nach allen bekannten Mund- und Schriftarten mit Proben und Bücherkenntniß“, 1. Thl. (Leipzig 1782; mehr ist nicht erschienen), eine kurze Darstellung und Systematisirung der damals bekannten Sprachen. Anerkennenswerth sind seine nach Art einer Zeitschrift fortlaufenden Hefte „Neuester Zuwachs der teutschen, fremden und allgemeinen Sprachkunde“ (1.–4. Stück, Leipzig 1782–85; 1. Stück, 2. Aufl., Halle 1796; 5. und 6. Stück, Halle 1793 und 1796.). R. gibt darin Verzeichnisse und eigene Aufsätze über die Vermehrung der allgemeinen Sprachenkunde, verfolgt aber namentlich mit guter Kritik die gleichzeitigen Bestrebungen zur Feststellung des Sprachgebrauches, Wortschatzes u. s. w. der deutschen Schriftsprache. Er ist der erste, der bestimmt das Zigeunerische als eine neuindische Sprache nachwies.

Vgl. Meusel, Das gelehrte Teutschland, 6. Bd. (Lemgo 1798).