ADB:Rampis, Pancraz

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Artikel „Rampis, Pancraz“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 27 (1888), S. 218–219, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rampis,_Pancraz&oldid=- (Version vom 24. September 2020, 13:00 Uhr UTC)
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Rampis: Pancraz R., Sohn eines Schullehrers, geb. zu Bamberg am 16. April 1813, † zu Eichstätt (Baiern) am 29. April 1870. Besuchte 1829 das Gymnasium in Bamberg, studirte Theologie und ward 1836 zum Priester geweiht. Während seiner Studienzeit betrieb er besonders Gesang und Orgelspiel unter der Leitung des Musiklehrers G. Wühr, eines Schülers von Michael Haydn. Nachdem R. zehn Jahre lang als Seelsorger gewirkt hatte, erhielt er die Chorregentenstelle in Donauwörth, welcher er während elf Jahren vorstand. In diese Zeit fällt auch sein menschenfreundliches Verhalten gegen den hochbegabten, aber moralisch verkommenen Karl Ferd. Kirms, den er in sein Haus aufnahm, moralisch und physisch wieder aufrichtete und ihm eine festere Grundlage in der Musikwissenschaft gab, so daß sich sein Talent von da ab (1852) in schönster Blüthe entfaltete. Im Juli 1857 wurde R. als Domcapellmeister nach Eichstätt berufen und hier entwickelte er eine segensreiche Wirksamkeit für die Kunst, indem er nicht nur den ihm übergebenen Chor auf eine höhere Stufe zu bringen suchte, sondern auch durch seine Compositionen im geistlichen Stile den edelsten Vorbildern nachstrebte, so daß es zum Theil seiner Thätigkeit auf diesem Felde zu danken ist, daß sich die katholische Kirchenmusik aus der Verflachung, nur dem Ohrenkitzel huldigend, nach und nach einem edleren Kirchenstile zuwendete. Die Geistlichkeit wie die ausübenden Musiker wußte er heranzubilden und sie von dem wahren Wesen echter Kirchenmusik zu überzeugen. Seine eigenen Compositionen bestehen aus kleineren und größeren geistlichen Gesängen, wie Gradualien, Offertorien, Litaneien, Messen und einem Weihnachtsoratorium, die sich meist auf den reinen Chorgesang beschränken. Wenn sie auch nicht die höchsten Ziele der Kunst erreichen, so athmen sie jene ernste, würdige und echt [219] kirchliche Stimmung, welche der christlichen Religion so ganz entsprechend ist. Im Drucke ist keines seiner Werke erschienen, soweit mir bekannt ist.

Kornmüller, Lexikon der kirchlichen Tonkunst. Brixen 1868. – Haberl, Cäcilienkalender 1878, S. 52.