ADB:Runge, Otto Siegmund

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Artikel „Runge, Otto Siegmund“ von Otto Beneke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 29 (1889), S. 691, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Runge,_Otto_Siegmund&oldid=- (Version vom 28. Oktober 2020, 06:41 Uhr UTC)
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Runge: Otto Siegmund R. (Bildhauer), des Malers Philipp Otto R. (s. u.) Sohn, geb. in Hamburg am 30. April 1806. Seit seines Vaters Tode (1810) im Hause seines Oheims J. D. Runge daselbst erzogen, kam er 1819 zu seiner Mutter nach Dresden. Hier entwickelte sich bei ihm die Neigung und das Talent zur Bildhauerkunst, in welcher er zuerst durch Matthaei unterwiesen wurde. Achtzehnjährig besuchte er Hamburg, wo er gute Proben seiner Fortschritte zeigte, und auf deren Grund aus der bekannten Averhoff’schen Stiftung und aus andern Privatquellen die Mittel empfing zur Fortsetzung seiner Studien in Berlin (unter Friedr. Tieck) und München, worauf er nach Rom ging (1827), wo er zwei Jahre blieb und Thorwaldsen’s Belehrung sich erfreuen durfte. 1829 nahm er seinen Wohnsitz in seiner Vaterstadt, wo er, außer durch mehrere sehr gelungene Porträtbüsten (Repsold, Houwald, Mozart), durch eine Reihe von Basreliefs im Hause des Herrn Gottlieb Jenisch vielen Beifall erntete. Im Herbst 1834 übersiedelte er nach St. Petersburg, wo er beim Neubau des abgebrannten kaiserlichen Winterpalais Beschäftigung fand und namentlich sieben große Basreliefs, die früheste Geschichte des menschlichen Geschlechts darstellend, auszuführen beauftragt wurde. Dies in kurzer Frist zu schaffende Kunstwerk rieb die Kräfte des jungen Mannes dergestalt auf, daß er kurz vor der Vollendung von einem hitzigen Nervenfieber befallen wurde und am 16. März 1839 sein vielversprechendes Leben beschloß.

Hamb. Künstlerlexikon S. 211. – Abendblatt der Hamb. Börsenhalle vom 6. April 1839. – Schorn’s Kunstblatt 1839, Nr. 48. – Nagler, Bd. 14, S. 53.