ADB:Ruttenstock, Jakob

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Ruttenstock, Jakob“ von Anton Weis in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 52–53, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ruttenstock,_Jakob&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2019, 09:04 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Rutta, Karl
Nächster>>>
Rüttimann, J. J.
Band 30 (1890), S. 52–53 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand November 2018, suchen)
GND-Nummer 104078944
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|30|52|53|Ruttenstock, Jakob|Anton Weis|ADB:Ruttenstock, Jakob}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=104078944}}    

Ruttenstock: Jakob R., Propst des regulirten Chorherrenstiftes Klosterneuburg bei Wien, geboren zu Wien am 10. Februar 1776, † zu Klosterneuburg am 22. Juni 1844. Er machte seine Gymnasial- und philosophischen Studien zu Wien, die theologischen, nachdem er am 6. Oct. 1795 das Ordenskleid [53] der regulirten Chorherren zu Klosterneuburg genommen hatte, theils an der neuerrichteten Hauslehranstalt daselbst, theils an der Wiener Hochschule. Nach erlangter Priesterwürde im J. 1800 durch kurze Zeit in der Seelsorge zu Hietzing und an der Stiftspfarre verwendet, wurde ihm im October 1804 die Professur der Kirchengeschichte und des Kirchenrechtes an der Hauslehranstalt übertragen, und im J. 1806 auch das Amt des Novizenmeisters. Als er durch seine am 1. November 1811 erfolgte Ernennung zum Stiftspfarrer und Hauptschuldirector das Lehramt wieder mit der Seelsorge vertauschen sollte, wurde er schon wenige Wochen darnach am 24. November zur Supplirung der Kirchengeschichte, die er schon Ende 1809 durch einige Monate besorgt hatte, an die Wiener Universität berufen und nach bestens bestandener Concursprüfung definitiv im September 1813 mit dieser Lehrkanzel und im J. 1817 mit dem Amte eines k. k. theologischen Büchercensors betraut. 1832–34 erschienen von ihm zu Wien „Institutiones historiæ ecclesiasticae N. T.“ in 3 Bänden, die vielen Beifall fanden. Leider behinderten seine zahlreichen späteren Amtsgeschäfte die Vollendung des Werkes. Nachdem nämlich der Stiftspropst Gaudenz Dunkler am 23. November 1829 gestorben war, wählte das Capitel am 8. Juni 1830 R. zu seinem Nachfolger. Er widmete sich mit Eifer und Thatkraft den Pflichten seines neuen Amtes, indem er u. A. die Stiftskirche und Grabcapelle des heil. Leopold glänzend restaurirte, den vor 100 Jahren begonnenen Neubau des Stiftsgebäudes vollendete und andere Bauten auf mehreren Stiftspfarren ausführte, die Herrschaften Strebersdorf, Jedlersee und Jedlersdorf ankaufte. Im J. 1832 zum k. k. Regierungsrathe, Beisitzer der Studienhofcommission und Referenten über die Gymnasialstudien ernannt, führte er dieses mühevolle Amt durch zehn Jahre mit anerkannter Umsicht, die Kaiser Ferdinand I. am 11. October 1842 mit dem Ritterkreuze des Leopoldordens lohnte. Die niederösterreichischen Stände ehrten ihn durch die Wahl zu ihrem Verordneten und die Wiener Universität nahm ihn im J. 1832 in die Zahl ihrer Doctoren auf und erkor ihn im J. 1839 zum Rector magnificus. Sowie durch vielseitige Kenntnisse und treue Amtsführung zeichnete sich R. auch als Mensch durch Herzensgüte, Freundlichkeit und Leutseligkeit aus. Außer der erwähnten Kirchengeschichte hat R. nur noch einige Predigten im Drucke veröffentlicht.

Officielles Umlaufschreiben über seinen Tod mit dem curriculum vitae dd. 14. Juli 1844. – Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Bd. 27, S. 311. – Brunner, Ein Chorherrenbuch. Würzburg und Wien 1883, S. 335.