ADB:Sachs, Ludwig Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Sachs, Ludwig Wilhelm“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 128–129, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sachs,_Ludwig_Wilhelm&oldid=- (Version vom 22. Mai 2019, 11:33 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Sachs, Karl
Band 30 (1890), S. 128–129 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Ludwig Wilhelm Sachs in der Wikipedia
GND-Nummer 116740248
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|30|128|129|Sachs, Ludwig Wilhelm|Julius Pagel|ADB:Sachs, Ludwig Wilhelm}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116740248}}    

Sachs: Ludwig Wilhelm S., Arzt und Professor der Medicin zu Königsberg, geboren zu Groß-Glogau in Schlesien am 29. December 1787, kam noch als Kind mit seinen Eltern nach Königsberg, trat hier zuerst bei einem Kaufmann in die Lehre, gab aber in seinem 17. Lebensjahre diesen Beruf auf, bereitete sich privatim zum Studium der Medicin vor, das er 1807 in Königsberg begann und später in Berlin und Göttingen fortsetzte bezw. beendigte. Nachdem er an letztgenannter Universität 1812 mit seiner „De humorum corporis vi vitali“ betitelten Inauguraldissertation die Doctorwürde erlangt hatte, fungirte er bis 1814 als Oberarzt an den Kriegslazarethen zu Königsberg, ließ sich darauf hierselbst als praktischer Arzt nieder, habilitirte sich 1816 als Privatdocent an dortiger Universität mit der Schrift „Prolegomena de mentis humanae alienationibus“, wurde bereits 1818 zum außerordentlichen, 1826 zum ordentlichen Professor, 1832 zum Director der medicinischen Poliklinik ernannt, die 1836 mit der stationären vereinigt wurde, bekleidete 1833 die Würde als Decan der medicinischen Facultät, erhielt 1840 den Titel eines Geh. Medicinalraths und starb am 17. Juni 1848. S. war ein s. Z. sehr beliebter Lehrer und tüchtiger Practicus; auch gehörte er infolge seiner lebhaften Betheiligung an den politischen Ereignissen und an den städtischen Angelegenheiten zu den angesehensten und hervorragendsten Bürgern Königsbergs. Was seine eigentlich wissenschaftlichen Verdienste anbetrifft, so sind dieselben, zum Theil mit Recht, von der heutigen Generation kaum mehr gekannt. S. stand noch auf dem alten, in vielen Beziehungen an die Naturphilosophie erinnernden, heutzutage vollständig [129] überwundenen Standpunkt der Medicin. Die Zahl der von S. veröffentlichten Arbeiten, deren vollständiges Verzeichniß das medicinische Schriftstellerlexicon von Callisen (XVI, 469 u. XXXII, 69) bringt, ist recht groß. Historische Bedeutung, als für die von S. vertretene Richtung besonders maßgebend und charakteristisch, genießen nur seine die Arzneimittellehre betreffenden Schriften, u. a. das ziemlich weitschweifig und langweilig geschriebene, zusammen mit Fr. Phil. Dulk[WS 1] verfaßte „Handwörterbuch der practischen Arzneimittellehre“ (3 Bde. Königsberg 1830–39), ferner einige Monographieen über die wichtigsten Heilmittel in der Medicin: „Die China und die Krankheiten, welche sie heilt“ (Königsberg 1831); „Das Quecksilber“ (ebdas. 1834); „Das Opium“ (ebdas. 1836) u. s. w. Nennenswerth sind noch: „Ueber Wissen und Gewissen. Reden an Aerzte“ (Berlin 1826) und „Versuche zu einem Schlußworte über S. Hahnemann’s homöopathisches System, nebst einigen Conjecturen“ (Leipzig 1826).

Vgl. Biogr. Lexicon hervorr. Aerzte etc. von A. Hirsch V, 140.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Friedrich Philipp Dulk (1788–1851), deutscher Pharmazeut, Chemiker und Hochschullehrer.