ADB:Salomon, Johann Peter

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Artikel „Salomon, Johann Peter“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 281, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Salomon,_Johann_Peter&oldid=2010771 (Version vom 22. Mai 2015, 09:23 Uhr UTC)
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Salomon: Johann Peter S., geboren zu Bonn 1745, † zu London am 25. November 1815. Nachdem er zu Bonn schon seine juristischen Studien begonnen hatte, widmete er sich der Musik und machte sich bald als Geiger einen Namen. In Berlin, wo er sich auf einer Kunstreise hören ließ, machte ihn Prinz Heinrich von Preußen (s. A. D. B. XI, 561) zum Concertmeister in seiner Capelle. Hier bildete sich S. zu einem vortrefflichen Dirigenten aus, während seine kleinen Compositionen auf dem Gebiet der französischen Oper unbedeutend blieben. Von Einfluß auf das Musikleben ward er besonders dadurch, daß er im Gegensatz zu der damals herrschenden Graun’schen Richtung für die Haydn’sche Musik, insbesondere für die Quartette und Symphonien eintrat. Es scheint aber, daß dies die Ursache ward, weshalb er 1780 den Dienst des Prinzen Heinrich verließ. Nach einer Reise durch Deutschland begab er sich 1781 nach London, wo er sich fortan dauernd niederließ. Hier hat er durch seine Betheiligung an Errichtung und Leitung der Concerte der Philharmonischen Gesellschaft und sowohl durch Einführung der deutschen, als durch Vorführung der älteren Musik bis zu seinem Tode eine sehr bedeutende Einwirkung auf das Musikleben in England geübt. Bekanntlich war auch er es, welcher im J. 1790 in Wien Haydn für das Londoner Professional-Concert engagirte (s. A. D. B. XI, 132). Von seinen Compositionen scheinen nur 6 Violinsolo’s gedruckt zu sein. Sein Tod erfolgte infolge der Verletzungen, welche er sich durch einen Sturz mit dem Pferde im August 1815 zuzog. Seine Leiche ward unter großer Betheiligung des Publicums in der Westminsterabtei beigesetzt.

Ledebur, Tonkünstler-Lexicon.
v. L.