ADB:Santoroc, Johann Caspar

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Artikel „Santoroc, Johann Caspar“ von Georg Winter in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 364, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Santoroc,_Johann_Caspar&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2020, 09:21 Uhr UTC)
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Santoroc: Johann Caspar S., Philologe und Archäologe, ist geboren zu Cassel am 16. April 1682. Er erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung an dem Gymnasium zu Hersfeld und studirte dann in Rinteln Theologie und Philosophie. Nachdem er einige Jahre in Bremen als Prediger und Lehrer gewirkt hatte, wurde er am 23. März 1710 als ordentlicher Professor der griechischen und lateinischen Alterthümer nach Marburg berufen, woselbst er zugleich die Stellung eines Pädagogarchen bekleidete. In Marburg, wo er trotz mannichfacher Berufungen nach außerhalb bis zu seinem Tode (29. Mai 1745) verweilte, hat er eine reiche litterarische Thätigkeit entfaltet, welche allerdings keine Werke von entscheidender und bleibender Bedeutung zeitigte, aber ihn doch als einen der hervorragenderen Gelehrten seiner Zeit erscheinen läßt. Ein Theil seiner Arbeiten bewegt sich auf dem Grenzgebiete zwischen Theologie und Philologie. So hat er namentlich eine ganze Reihe von fortlaufenden Abhandlungen (12), die in den Jahren 1712–1719 entstanden, einer historisch-kritischen Untersuchung der Apostelgeschichte und einem Vergleich der in derselben enthaltenen historischen Nachrichten mit den Angaben der Kirchenväter und der antiken Profanschriftsteller gewidmet. Unter seinen übrigen Schriften erwähne ich ein zum Gebrauch in der akademischen Vorlesungen verfaßtes Handbuch der römischen Alterthümer („Universale antiquitatum Romanarum breviarium absolutius“. 1713). Außerdem hat er sich nach der Sitte der Zeit in lateinischen Gelegenheitspoesieen versucht, von deren selten gewordenen Exemplaren das Marburger Staatsarchiv zwei besitzt, deren eines der Vermählung des Erbprinzen Friedrich (späteren Landgrafen Friedrich's I. und Königs von Schweden) mit der Prinzessin Ulrike Eleonore von Schweden gewidmet ist.

Vgl. J. C. Koenigii programma in obitum J. C. Santoroccii H. Post Bremerhaven s. a.F. W. Strieder, hessische Gel.- u. Schriftst.-Gesch. Bd 12. S. 180–186.