ADB:Schirmer, Friederike

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Schirmer, Friederike Antoinette Josephine“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 785, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schirmer,_Friederike&oldid=- (Version vom 19. Januar 2020, 13:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Schindler, Karl
Nächster>>>
Schlieper, Adolph
Band 31 (1890), S. 785 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friederike Schirmer in der Wikipedia
GND-Nummer 117275581
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|31|785|785|Schirmer, Friederike Antoinette Josephine|Hermann Arthur Lier|ADB:Schirmer, Friederike}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117275581}}    

Schirmer *): Friederike Antoinette Josephine S., Schauspielerin, geb. 1785, † am 31. März 1833. Die Schauspielerin S. wurde im J. 1785 als Tochter des Schauspielers Joseph Anton Christ geboren, welcher seit dem Jahre 1794 Mitglied der Franz Sekonda’schen Gesellschaft war und ihr nach Dresden folgte. Sie wurde von ihrem Vater für die Bühne bestimmt und dürfte wohl gemeinsam mit ihm von Prag nach Dresden gekommen sein, wo sie sich im J. 1809 mit Daniel Schirmer, dem zweiten Liebhaber der Sekonda’schen Gesellschaft, vermählte. Am 1. Januar 1819 wurde sie von dem Grafen Vitzthum v. Eckstädt für die königl. sächsische Hofbühne engagirt, als deren Mitglied sie am 31. März 1833 starb. Die S. war eine der gefeiertsten Zierden des Dresdener Hoftheaters. Ihr eigentliches Gebiet war das feinere Lustspiel, während sie im Trauerspiel durch einen „feierlichen, einförmigen Ton ermüdete“. Gleichwohl bezeugte ihr Tieck, daß sie auch im tragischen Genre nicht von vielen Schauspielerinnen in Deutschland übertroffen würde. Als ihre besten Rollen galten die Julie in Shakespeare’s „Romeo und Julie“ und die Prinzessin in Goethe’s „Tasso“. Ferner rühmt Tieck ihre Portia im „Kaufmann von Venedig“ und ihre Natalie in Kleist’s „Prinzen von Homburg“. In ihrem bürgerlichen Leben erfreute sich die S. der allgemeinsten Hochachtung. Th. Hell (= C. G. Th. Winkler) widmete ihr nach ihrem Tode in der Dresdner Abendzeitung 1833 Nr. 81 S. 323 ein warm empfundenes Gedicht.

Vgl. Neuer Nekrolog der Deutschen, 11. Jahrgang 1833, 1. Theil, S. 222. Weimar 1835. – Dramaturgische Blätter, herausgeg. von Ludw. Tieck (Beiblatt zur Dresdner Morgen-Zeitung, herausgeg. von Friedr. Kind und Karl Konstantin Kraukling) Januar Nr. 2, 1827, Sp. 14–15. – Robert Prölß, Geschichte des Hoftheaters zu Dresden. S. 313 u. 434–435. Dresden 1878. – Eduard Devrient, Geschichte der deutschen Schauspielkunst III, 333; IV, 65 und V, 111.

*) Zu S. 312.